Samstag, 30. Mai 2009

Effizienz – adieu, auf Wiedersehen, bye bye!?

Wie wichtig ist sie – die Effizienz? Gerade jetzt in einer Wirtschaftskrise?
Zweifelsohne hat Effizienz einen hohen Stellenwert im ökonomischen und ökologischen Sinn des Managements von Organisationen. Eine Optimierung der Input-Output Relationen, schließlich geht es um Zielerreichung mit möglichst geringem Aufwand. Damit werden Energie, Ressourcen, Geld, etc. möglichst schonend eingesetzt – ein valides Anliegen.

Was aber, wenn Einsparungen, Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen die einzigen Antworten von Führungskräften auf eine negative Unternehmensentwicklung sind – zum Beispiel in einer Krisenlage. Vielleicht sind es ja vielmehr falsche Ziele und Strategien, die dahin geführt haben.
Inwiefern kann durch Effizienz die Zukunftsfähigkeit sicher gestellt werden? Leider bleibt das oft unüberprüft und Unternehmen agieren dann mehr und mehr effizient an Kunden, Mitarbeitern und Markt vorbei.

Fragen die wir uns - vorerst grob vereinfacht - stellen können sind:
  • Was bringen optimale Prozesse, wenn diese im Ergebnis wirkungslos bleiben?
  • Was nützt der beste Kundenservice, wenn Sie keine Käufer mehr haben?
  • Was leistet ein technologisches Optimum, wenn seine Anwendung niemanden interessiert?
  • Was hilft ein Kampfpreis, wenn das Produkt völlig unattraktiv ist?
  • Was bewirkt die effizienteste Besprechung, wenn keine Mitarbeiter mehr da sind?
Maßnahmen im Unternehmen stehen immer in Wechselwirkung mit dem Gesamtsystem und die Reduktion von Komplexität ist voller Tücken. Trotzdem ist man versucht, nach Prioritäten zu suchen, wenn ein Problem kritisch ist. In der Abbildung oben ist dieser Versuch illustriert.

Hier geht es wirklich nicht um „Henne und Ei“-Probleme und schon gar nicht um Ideen das „Pferd von hinten aufzuzäumen“. Ich behaupte, es wäre schlichtweg falsch, sich dauerhaft nur um die Probleme auf einer der beiden Seiten zu kümmern.
Und wenn diese auch noch die Rechte („dann“) wäre, befindet sich das Ende bereits in Sichtweite…

Abschließend möchte ich Ihnen zu diesem Thema auch eine
philosophische Anregung anbieten - in Form eines Zitates von Peter Block:
„Das Gegenteil von Liebe und Einfühlungsvermögen ist nicht Hass,
es ist Effizienz.“

Versuchen Sie sich kurz eine Welt vorzustellen, wo jene Lebensaspekte, die Ihnen persönlich am aller wichtigsten und wertvollsten sind, alleine davon dominiert wären „höchste Effizienz“ zu erreichen… Das wäre ein grauenvolles Szenario – nicht wahr?
Wäre es also nicht viel besser uns gleich zu fragen, was unseren Kunden und unseren Mitarbeitern besonders wichtig und wertvoll ist? Wir sollten sehr gut zuhören und anerkennen welche Rückmeldungen und Antworten wir erhalten.

Und in Folge können wir mit diesen Erkenntnissen "zuerst" ... "dann" ...
zumindest habe ich die Hoffnung nicht verloren, dass wir uns
auch um die wesentlichen Dinge kümmern werden.


Mittwoch, 22. April 2009

Das Management des Projektmanagements I

Im Rahmen des PMI Forum Events in Wien, hatte ich die Gelegenheit dem Fachpublikum meine aktuellsten Überlegungen zu präsentieren:
  • Welche Zukunft erwartet das Projektmanagement?
  • Wie sind Führung und Organisationsentwicklung mit Projektmanagement gekoppelt?
  • Wie können wir Projektmanagement gezielt weiterentwickeln?




Zur Vertiefung können Sie meinen aktuellen Artikel zum Thema nachlesen.

Ich freue mich sehr über Ihre Rückmeldungen oder Diskussionen.

Montag, 23. März 2009

77 ways Twitter could make money!

Heute stelle ich Ihnen das nächste kurze Kapitel zu Twitter vor. Mein Posting "Twitter for Business" haben Sie vielleicht schon gelesen...

Seit dessen haben sich Millionen neuer User registriert
  • Die "Daily Tweets" - die Anzahl der täglichen 140-Zeichen Nachrichten - liegen derzeit bei 5 Millionen Tweets (*)
  • Seit Ende Jänner'09 - innerhalb von nur 2 Monaten - hat sich diese Quote von damals 2,5 Millionen Tweets verdoppelt
  • Insgesamt zählen wir bisher knapp 1,4 Milliarden Tweets, die online gestellt wurden - siehe GigaTweet

(c) popacular.com

Warum ist das aus einer Organisationsberatungperspektive relevant?

1)
Welche neuen Formen von Kommunikation und Kollaboration entstehen hier? Und wie werden sie sich auf Organisationen auswirken?

2) Es stellen sich Leute die Frage: "Wie macht man das zu Geld?"

Zu diesem Thema kann ich Ihnen diese Präsentation
empfehlen.

Dieses eindrucksvoll nüchterne Brainstorming von
Board of Innovation drängt uns mit den Volums-Kennzahlen oben eine Erkenntnis förmlich auf:

Twitter sollte man in Überlegungen
der (strategischen) Kommunikation nicht mehr länger vernachlässigen...
  • als Community (Zielgruppen)
  • als Informationsdrehscheibe
  • als Kommunikationsmedium
  • als Marktpotenzial
  • als Phänomen der sozialen Dynamik

* falls Sie dieses Posting nach 1-2 Jahren lesen sollten, können Sie über diese lächerlich niedrige, veraltete Zahl gerne laut lachen.

Donnerstag, 19. März 2009

Internet Famous – Wie gute Trainings funktionieren

Internet Famous ist ein hervorragendes Beispiel für „Action Learning“. So macht Training oder Entwicklungsarbeit Sinn. Genau am Thema in einem konkreten Projekt mit realen Ergebnissen werden Know How, Skills und Erfahrungen erarbeitet.

Fast würde ich mich eingangs dazu hinreißen lassen deutschsprachige gegenüber amerikanischer Universitäten zu bewerten, aber nur soviel dazu: Beides probiert kein Vergleich. Was das Kriterium der Transferierbarkeit von Studieninhalten betrifft, steht meine Wertung seit langem fest. Aus meinem Summer Term an der Harvard University in Business Case Studies, habe ich (subjektiv gefühl
t) wohl mehr Verwertbares mitgenommen als aus insgesamt ca. 7 Jahren an der Technischen Universtät Wien.

Gerade im Trainings, Weiterbildungs und Personalentwicklungsbereich halte ich „Verwertbarkeit“ für eines der wichtigsten Qualitätskriterien.

(c) internetfamo.us

Ein Beispiel
Die Internet Famous Class der Parsons New School for Design, New York City hat sich zum Ziel gesetzt, Design-Studenten in einem Wettbewerb ihre Internet Präsenz im Laufe eines Semesters zu maximieren. Blogging, Videos, Twitter, Facebook, Fotos, Online-TV etc. Alles ist für das persönliche Branding erlaubt. Im Classroom gibt es dazu regelmäßigen Austausch, Feedback und Impulsvorträge von Experten.

Note = Quote
Das heißt Ergebnisse dieser Anstrengungen sind gut messbar und werden mittels eines Quotenalgorithmus direkt in eine Note umgerechnet – fertig!

Motivation
Falls Sie sich Blog und Videos dazu ansehen möchten, werden Sie weiters bemerken: Die Menschen entwickeln dabei enorme Leidenschaft, Einsatzfreude und Motivation.

So können Trainings auch in Unternehmen funktionieren!
Aus zweierlei Hinsicht finde ich das aus einer Berater- und Trainerperspektive hervorragend:

Inhaltlich
Der Trainingsinhalt des Beispiels ist austauschbar. Ob Führung, Projektmanagement, Kommunikation, Teamwork usw. - worauf es ankommt: inhaltliche Qualitätskriterien müssen gehalten werden
* aktuell = state-of-the-art
* fundiert
* unmittelbar nützlich
* verwertbar für Teilnehmer

Methodisch
Das Setting und der methodische Aufbau eines Action Learning Szenarios kann unterschiedlich gestaltet werden. Im Beispiel universitär für Design-Studenten. In Unternehmen natürlich projekt-, aufgaben- oder rollenorientiert für die Teilnehmer. Doch auch hier gibt es einen universellen roten Faden, der mehrere Ebenen bedienen muss:
* Faktischer Know How Aufbau
* Individuelle Skill Entwicklung
* Praxiserfahrung
* Motivation und positive Erfolgserlebnisse
* Vernetzung der Teilnehmer

Wenn Sie also verleitet sind, das nächste Seminar „aus der Konservendose“ für sich oder Ihre Mitarbeiter zu buchen, überlegen Sie, ob es nicht auch schmackhaftere, lustvollere Alternativen gibt.

Dienstag, 3. März 2009

Wo früher Angst war, ist jetzt Inspiration

Stellen Sie sich folgende Szene vor:
1944, Alliertenbombardements. In Berlin Mitte stopfen sich über 5000 Menschen aus der Zivilbevölkerung tagelang in einen Bunker, der nur für 1500 Menschen konzipiert wurde. Auf 5 Stockwerken unter einer 3,20 Meter dicken Stahlbetondecke eingezwängt, verbringen sie Tage der Angst in 120 niedrigen Betonkammern mit feuchten Wänden, teilweise in absoluter Dunkelheit, weil der Strom ausfällt.


Foto (c) Sammlung Boros

Heute, 65 Jahre später ist aus dem Ort der Angst das wohl aufwändigste Ausstellungshaus für eine Privatsammlung zeitgenössischer Kunst in Deutschland geworden – ein Ort der Inspiration und kreativen Auseinandersetzung.

Sammlung Boros – Bunker Berlin Mitte
– eröffnete Sommer 2008 (*)

Foto (c) Sammlung Boros

Christian Boros hat die Grundstruktur des Gebäudes durch scheinbar kleine Veränderungen in ein beeindruckendes Raumgeflecht umbauen lassen. „Scheinbar“ nur deshalb, weil in mehreren Jahren Arbeit Spezialbeton zerschnitten werden musste, dessen Durchhärtung 30 Jahre (!) gedauert hat. Heute sind viele der Werke dem Gebäude selbst gewidmet, andere wirken perfekt integriert, weil sie räumlich eingepasst wurden und nur für ein Kunstobjekt wurde eigens ein Raum geschaffen. Es ist gleichzeitig der (derzeit) bekannteste Vertreter in der Sammlung: Olafur Eliasson – u.a. Schöpfer der New York City Waterfalls.

Foto (c) Sammlung Boros

Viele kleine Details im Bunker, seine Geschichte und kurze Gedanken an den früheren funktionalen Zweck bringen immer wieder kurze Momente der Beklemmung mit sich. Sie erzeugen eine extrem hohe Spannung. Diese Energie mutig und minimalistisch in kreative Inspiration zu Verwandeln ist eine hohe Kunst für sich.
  • Dieser Ort ist ein „Must See“ für Kunstinteressierte in Berlin.
  • Der Bunker ist eine Metapher für Verwandlung im positven Sinn.
  • Lebende Zeitzeugen haben trotz Einladung nie wieder einen Fuß in den Bunker gesetzt.

* Sammlung Boros kann jeden Samstag und Sonntag nach Voranmeldung besucht werden.

Sonntag, 22. Februar 2009

Sind Digital Social Networkers professionell ernst zu nehmen?

Was für eine interessante Fragestellung, mit der ich dieses Wochenende in einem Beraterworkshop in Berlin konfrontiert wurde:
Sind Digital Social Networkers professionell ernst zu nehmen?

Die Diskussion erinnerte mich an eine existierende - in meiner Begriffswelt "konservative" - Studie über Digital Social Networking: "Social NOTworking" - so wurde zumindest neulich in England eine volkswirtschaftliche Kalkulation tituliert, die Kommunikationsaktivitäten in Facebook, Twitter, Instant Messanging oder Blogreading eine vernichtende Kritik ausstellte: "Arbeitszeitvernichtung".
Natürlich kann man die Welt (vielleicht derzeit noch) so sehen. Schließlich war Internet-"Surfen" vor wenigen Jahren am Arbeitsplatz noch verpönt. Was diese Studie wahrscheinlich nicht ganz richtig bewerten konnte (wie auch?), sind die zukünftigen Innovationspotenziale, die heute mit dieser "Arbeitszeitvernichtung" generiert werden.

Zugeben muss man jedenfalls, dass die aktuellen, rasant wachsenden Kommunikationsangebote verschiedenster Medienkanäle eine Überforderung in unserer Gesellschaft darstellen (*). Manche Menschen haben damit effektive Schwierigkeiten. Um so mehr wird es eine Herausforderung sein, mit der erforderlichen Medienkompetenz unserer Zeit Schritt zu halten und rasch zu lernen. Denn Verdrängung halte ich für nicht zielführend. Das trifft vor allem auf die Generation 25+ zu, da die etwas jüngeren "Digital Natives" diese Problem nicht einmal mehr nennenswert wahrnehmen.

Meine Conclusio:
Stellen Sie sich vor, heute auf Internet und Handy permanent verzichten zu müssen und wo Sie damit gesellschaftlich bzw. professionell stehen würden. (**)

So ähnlich schätze ich die durchschnittliche Relevanz von Web 2.0-Medien in spätestens 3 - 5 Jahren ein.

...mal sehen was meine Beraterkollegen dann sagen werden.

* Literaturtipp: Baecker D. (2007), "Studien zur nächsten Gesellschaft", Suhrkamp-Verlag

** Entschuldigen Sie bitte, wenn ich bei Ihnen, als gut informierte Web 2.0 Kommunikatoren, völlig daneben liege. Vielleicht sollte man dieses Posting besser zielgruppengerecht in einer Zeitung veröffentlichen.

Montag, 16. Februar 2009

Die Beobachtung der Kommunikation

Stellen Sie sich vor, Sie hätten in ihrer Organisation ein Problem. Das soll ja in den besten Unternehmen vorkommen. Also nicht diese niedlichen „Herausforderungen“, die ich eher als Aufgabenstellung bezeichnen würde, sondern ein ernsthaftes Problem: gut sichtbar, viele Betroffene, Langzeit wirksam und will sich nicht von selbst lösen.

Es gibt viele Beratungsansätze, Problemstellungen aufzurollen. Vielleicht kommen Ihnen diese Typen – ein wenig überzeichnet – schon bekannt vor…
  • Zauberer Hokus Pokus – Verkaufen Ihnen billige Konservendosen mit individualisiertem Etikett
  • Gurus – machen aus Ihrem Unternehmen jenes, das dem Guru am besten gefällt
  • Cowboys, been there done that! – Peng, Schuss aus der Hüfte. Problemträger erledigt
  • Benchmarkers – Sagen Ihnen, was die Konkurrenten gerade besser als Sie machen
  • Superexperten – verkaufen bemerkenswerte Konzepte mit „State-of-the-art“ Business Prozessen… mit denen Sie genau nichts anfangen, weil sie noch nie ein Unternehmen umgesetzt hat
Und ein Typus, dem Sie vielleicht bisher weniger oft begegnet sind:
  • Systemiker – stellen Unmengen von Fragen und beantworten Ihre Fragen mit… Fragen!


Fritz B. Simon in aller Kürze über „Systemtheorie“

Mit einer systemischen Beraterhaltung lässt sich eine gewisse Fragenintensität nicht vermeiden. Das Herauskramen vorgefertigter Konzepte steht nicht auf dem Plan. Es gibt stattdessen ernsthafte Erkundungen zu tun, wie zum Beispiel…
  • Wie hält sich die Organisation davon ab, das Problem selbst zu lösen?
  • Wo und wie werden Entscheidungen getroffen?
  • Welche Kommunikationswege sind etabliert (oft im Gegensatz zu dokumentiert)?
  • (Wie) werden Konflikte in der Organisation gelöst?
  • Welche „Währungen“ haben hohen Kurswert (Geld, Macht, Wissen, Anerkennung, etc.)?
  • Wie sorgt die Organisation dafür, dass ein Problem dauerhaft aufrecht bleibt?
Die Beobachtung der Kommunikation ist eine faszinierende Form, sich systemtheoretisch geleitet mit Organisationen auseinander zu setzen. Sie gibt Aufschlüsse über die individuellen Eigenarten, nach welchen Regeln in einem System "miteinander gespielt" wird. Genau diese Einzigartigkeit der Spielregeln gilt es zu erkennen, um Probleme eines Unternehmens zu lösen und gleichzeitig - seine Identität anerkennend – Veränderungen anzuregen.

Dienstag, 3. Februar 2009

Die Kunst des Projektmanagements

- Inspiriert durch den Wandel -

Ein vielversprechender Titel für das Projektmanagement Forum 2009. Dieses findet heuer vom 14.-15. Oktober im bcc Berliner Congress Center statt und wird von GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement) organisiert. Das PM Forum ist der größte Branchenevent für Projektmanager im deutschsprachigen Raum.


Der Call for Papers läuft!
Dem Leitthema folgend werden Praxisvorträge von Projektmanagern zu unterschiedlichen Aspekten von Wandel und Projektmanagement gesucht. Ausgeschrieben ist eine breite Palette von Streams zu Themen wie
  • Krisenprojekte managen
  • Projekte und Unternehmensstrategie
  • Trends im Projektmanagement
  • Innovationen durch Projektmanagement
  • Der Mensch im Projekt
Beiträge können bis 28. Februar 2009 online eingereicht werden.

Montag, 2. Februar 2009

All the Topics all the Time - Alltop

Es gibt verschiedene Arten, wie man Informationslawinen im Internet bearbeiten kann:
  • Suche“ – eine begriffsorientierte Selektionsform und die derzeitige Königsdisziplin im alltäglichen Umgang mit Information. Ihre Wichtigkeit lässt sich an Google’s Geschäftserfolg ganz gut ablesen.
  • Strukturierung“ – was im Internet nur sehr bedingt machbar ist, versuchen manche trotzdem und es entstehen kleinere Lawinen in der Riesenlawine, wie etwa Bibliotheksverzeichnisse.
  • Semantik“ – auf diese Verknüpfung von qualifizierten Inhalten werden wir in Zukunft bauen, stecken aber punkto Verbreitung noch in den Kinderschuhen der Semantic Web Technologien.
  • Aggregation“ – eine gute Alternative zur Suche ist die Mischung aus vorgegebenen Selektionen mit automatisierten Suchen, dann Strukturierung und letztlich die individuelle User-Suche: und das geht so…

Die Aggregation, bringt zuletzt allerlei Portale hervor, die mehr oder weniger nützlich sind. Eines davon würde ich als „nahe am derzeitigen Optimum“ bezeichnen und Ihnen gerne
vorstellen: Alltop.com


Als „Online Magazine-Regal“, beschreibt sich Alltop am besten selbst. Die Plattform entstammt einer Idee von Guy Kawasaki, ehemaliger Apple Marketier und einer der führenden Silicon Valley Evangelisten. Sie aggregiert mehrere 10.000 englischsprachige Content-Sites (News, Blogs, Special Interest Sites, etc) zu einer übersichtlichen Informationsdrehscheibe. Und das im denkbar übersichtlichsten, schlichten Design.

Zum Thema „Projectmanagement“ – eine von mehreren hundert Headlines – sieht das Suchergebnis so aus…


…und gibt Ihnen wertvollen Lesestoff und Informationsquellen für zumindest 7 Projektmanagerleben.

Schauen Sie einfach mal rein bei Alltop.com

Freitag, 30. Januar 2009

The Minds of our Children - meeting Jimmy Wales

Der Wiener Management und Consulting Kongress COM.SULT 09 im Haus der Industrie war ein ereignisreicher Tag. David Ungar-Klein organisierte mit seinem Team von Create Connections ein insgesamt 14-stündiges Programm. Dabei wurde sowohl über die Zukunft der Business- und Consultingwelt in Podiumsdiskussionen und Workshops gemeinsam laut nachgedacht als auch ein Networking auf höchstem Niveau gepflegt.


Mein persönliches Highlight dieses Tages war die Begegnung mit Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia – einer Nonprofit Organisation. Am besten kann man Jimmy „Jimbo“ Wales als Philantrop und Visionär beschreiben. Ein umgänglicher, bescheiden auftretender Mensch, der mit seinen 42 Jahren viel Weisheit, Souveränität und Zufriedenheit ausstrahlt. Seine Aussagen (teils im englischen O-Ton) könnten Kapitelüberschriften für ein Werk über Leadership ergeben – hier die Highlights…

Auf die Frage, was das Wichtigste wäre, um ein Unternehmen langfristig erfolgreich zu machen…
„You need to focus on people and give them a clear vision.“

Jimmy’s Aussage zum Thema Human Ressources und War for Talents…
„Instead of looking for the top 10% of talents to have them in my company, I’d rather try to get the best out oft the other ones, and give them the best opportunities to be successful.“

Wie seine Erfolgsgeschichte entstand…
„At a certain stage the internet was mostly associated with selling dog-food online. That was when I thought, OK, let’s share knowledge! The vision of wikipedia.org is: A free encyclopedia for every single person on the planet.“

und worauf es ihm im Internet besonders ankomme…
„In the end, there are always people on the other end oft the line, and you should always treat them with respect.“

Wieviel Zeit er denn pro Tag online verbringen würde…
„Well, a lot!"

Was Jimmy Wales am Podium auch glaubwürdig bestätigt...

Zur kritischen Qualität von Online-Inhalten meinte Jimmy unter anderem:
Es gibt viele Artikel in wikipedia, die den Hinweis tragen: „The neutrality of this article has been disputed.“ Damit bringen wir explizit zum Ausdruck, dass diese Inhalte zur Diskussion stehen. Nun betrachten Sie die Zeitungen diese
r Welt – haben Sie in der New York Times schon mal diese oder eine ähnliche Anmerkung gefunden? Dort fliegen in Redaktionssitzungen oft genug die Fetzen und dann erscheint der eine Artikel zum Thema und viele Menschen glauben leider, das wäre die einzige Wahrheit. „I’d wish to find an article in the New York Times one day heading, the neutrality of this article has been disputed!“

Sein Rezept für Erfolg:
„You need to find something you love and do it. That’s the only way to be successful.“

Und auf die Frage, was unsere wichtigste Ressource für die Zukunft wäre:
„The most important resource of our futur are the minds of our children. Think about this world and as it is right now for young people.“

Es war eine inspirierende Erfahrung, Jimmy Wales in Wien zu treffen.

Freitag, 16. Januar 2009

Wenn man hält, was man verspricht

Ein Auszug aus einer Consulting Homepage…

„Safety Reliability Methods, Inc. is a consulting firm that provides expert solutions to complex problems involving safety, high performance and high reliability.

By chosing Safety Reliability Methods you get:
* Proven Performance
* Dedicated professional service
* Uniquely qualified experts

…“

Das oder so etwas Ähnliches behaupten sicher viele, ja Tausende von ihrem Consulting-Geschäft und bringen dazu auch Fotos dieser Art online:

Foto (c) safetyreliability.com

…so auch Chesley B. "Sully" Sullenberger, von dessen Homepage ich spreche, der Mann, der den US Airways Flug 1549 zu seiner Not-wasserung gesteuert hat und „Das Wunder auf dem Hudson River“ realisiert hat, indem er 154 Menschenleben und sein eigenes rettete.

Foto (c) wikipedia.org

Den Mann zum Helden zu machen, haben wichtigere Köpfe und Institutionen schon erledigt. Was ich hier so besonders bemerkenswert finde:

Mr. Sullenberger hat gehalten, was er versprochen hat!
Eine der wichtigsten Qualitäten - der "offizielle Zinssatz" auf Ihrem Vertrauenskonto – etwa wenn es um Kooperation, Führung, Projektmanagement oder Beratung geht. Es war kein glücklicher Zufallserfolg sondern profunder Background, hartes Training und jahrelange Expertise und Auseinandersetzung mit seiner Materie – u.a. für High Reliability Organizations (HRO), gekrönt mit einer brillanten, situationsgerechten Durchführung. Und das alles angekündigt – wiewohl nicht in dieser Dramatik erwartet.

Dieser Mann weiß einfach, wie man mit akuten Problemen in einem Cockpit umgeht.

Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind keine Zauberwörter sondern langfristige Werte wie Gold. Man muss sie behutsam be-wahren.

Respekt Mr. Sullenberger!

Donnerstag, 15. Januar 2009

This Blog rocks: "Simons Systemische Kehrwoche"

Wie erreicht man eine Differenzierung von
  • intelligenten Organisationen voller blöder Leute - versus
  • blöder Organisationen voller intelligenter Leute

Zur Beantwortung darf ich ihnen aus "Diese Blogs interessieren..." - vorstellen: Carl Auer Verlag - Simons Systemische Kehrwoche


Eine tägliche Betrachtung unserer Gesellschaft von Fritz B. Simon, wobei seine Brillen vielfältig sind: Kritiker, Therapeut, Soziologe, Systemiker, Forscher, Humorist, ... , Fritz B. Simon.

Aktuell empfehlenswert, das Posting über das Scheitern des J. Ackermann mit der Antwort zur Eingangs gestellten Frage.

Genießen Sie den Ausflug.

Freitag, 9. Januar 2009

X-Organisationen

Die ersten Wochen des Jahres ist "Pläne schmieden" beliebt. Beim Befüllen des Kalenders sollten Sie auf Ausbildung, Auszeiten und Konferenzen nicht vergessen, weshalb ich Ihnen diese hier empfehle:

X-Organisationen, Berlin: 19. - 21. November 2009


X-Organisationen sind Organisationen, die ihre eigene Nichttrivialität nicht nur akzeptieren, sondern fördern...

"...aber das machen Organisationen nicht freiwillig." - Zitat: Rudi Wimmer, siehe Video

Um sich mit dieser Aufgabe, Problemstellung, Lösung und Erkenntnis auseinander zu setzen, treffen sich ca. 200 Führungskräfte, Berater und Kreative aus dem deutschsprachigen Raum zu 3 intensiven Tagen des Austauschs. Das Management Zentrum Witten veranstaltet alle 2 Jahre - heuer zum dritten Mal - die Konferenz X-Organisationen. Das kreative Potenzial dieser Tage drückt sich auch im Veranstaltungsdesign und der Location aus - diesmal im Humboldt Umspannwerk Berlin.

Man darf auf eine inspirierende Konferenz gespannt sein.


Rudi Wimmer über X-Organisationen 2007

Dienstag, 30. Dezember 2008

Was wird die Zukunft bringen?

Eine Frage, auf die es – aus konstruktivistischer Sicht – nur eine Antwort gibt:

"Das wissen wir nicht, die Zukunft ist und bleibt immer ungewiss!"


Es ist genau diese Ungewissheit, die in uns Menschen große Unsicherheiten auslöst, die wir auf vielfältige Weise zu kompensieren versuchen. Ich würde diesem Phänomen eine Reihe von Modellen und Erscheinungen zuordnen, die alle ein Angebot zur Verfügung stellen, um uns diese Unsicherheit (scheinbar) abzunehmen:
Orakel, Propheten, Seher, Hexen, Wetterfrösche, Ärzte, Trendforschung, Strategieentwicklung, Planung, Wettquoten, Meinungsumfragen, Bauernregeln, Glaubenssätze, Mentale Modelle, etc.

Dann können wir uns jedoch noch eine andere Frage stellen:
„Was glauben wir, dass die Zukunft bringen wird?“

Die Antworten auf diese Frage nehmen wir ebenfalls so konkret ernst, dass wir sie als Tatsache in unsere Zukunft projizieren.
Zum Beispiel beim Wetterbericht: „Schneeregen, 3C bei Windböen bis 80 km/h“, würden Sie wahrscheinlich nicht einen Sonntagsausflug in T-Shirt und Sandalen planen. Das ist gut so, denn sie könnten sich ernsthaft erkälten.

Durch die Summe unserer Erfahrungen und Sozialisierungen prägen wir mächtige Glaubenssätze und Mentale Modelle aus, die unser Denken und Handeln laufend beeinflussen - bewusst und unbewusst. Ein sehr effektives Instrument unserer Psyche. Banal betrachtet bilden sich etwa Typen wie Optimisten und Pessimisten aus.

Das Schöne ist, eine wesentlich differenziertere, reflektierte Haltung aufzubauen, indem wir uns diese Glaubenssätze und Mentalen Modelle bewusst machen. Unsere Annahmen sind nicht nur überprüfbar sondern auch gestaltbar, denn wir können ihnen achtsam auf den Grund gehen. So können wir alle Wahrnehmungen und Informationen bewusst überprüfen, bevor wir sie als „Tatsachen“ in unsere Erfahrungen oder Entscheidungen integrieren.

Klingt etwas aufwändig und kompliziert – ja, ist es vielleicht.
Aber man kann das üben und es bringt ein glücklicheres Leben mit sich.

Machen Sie mit bei der denkwerkstatt Umfrage – „Mich erwartet 2009…?“
rechter Abschnitt, oben =>

Dienstag, 16. Dezember 2008

Finanzkrisenverweigerer

„Es besteht eine wechselseitige Beziehung zwischen einem beweglichen Geist und der Fähigkeit, die eigene Perspektive zu verschieben. Ein beweglicher, flexibler Geist hilft uns, unsere Probleme von unterschiedlichen Standpunkten aus anzugehen. Umgekehrt kann der ganz bewusste Versuch, unsere Probleme ‚objektiv‘ aus verschiedenen Blickwinkeln zu prüfen, als eine Art Flexibilitätstraining für den Geist betrachtet werden. In der heutigen Welt ist das Bemühen um eine flexible Denkweise nicht nur eine selbstbezogene Übung für müßig Intellektuelle – sie kann zur Überlebensfrage werden. Im Laufe der Evolution haben die Arten, die am flexibelsten am anpassungsfähigsten gegenüber Umweltveränderungen waren, überlebt und sind gediehen… Nehmen wir eine flexible, bewegliche Haltung gegenüber dem Leben ein, können wir unsere Gelassenheit sogar unter den unruhigsten und turbulentesten Bedingungen bewahren.“ (*)


Dem muss man nicht mehr viel hinzufügen, außer den aktuellen Kontextbezug:
Ich darf Sie hiermit herzlich einladen, dem neu gegründeten
‚Club‘ der Finanzkrisenverweigerer
(mental) beizutreten.

Wir Finanzkrisenverweigerer werden…
  • …nicht jammern, sondern geistige Elastizität trainieren
  • …nicht glauben was wir lesen, sondern lesen was wir glauben
  • …Chancen fokussieren und ganzheitlich agieren
  • …uns für zukünftigen Erfolg und Balance nützlich machen

Persönlich habe ich glücklicher weise schon viele Finanzkrisenverweigerer kennen gelernt. Ich schätze Ihre Gesellschaft sehr!


Es würde mich sehr freuen, Sie zu begrüßen!
Sind Sie auch dabei?

Facebook: Gruppe #Finanzkrisenverweigerer

(*) „Die Regeln des Glücks“ S.196, Dalai Lama – 2001
Credits to XXLsmiley.de artwork (c) Gerd Gaiser