Die Welt der Projekte und deren erfolgreiches Management gewinnen weiter an Bedeutung. Der Anteil an der wirtschaftlichen Wertschöpfung durch Projekte wird für 2020 mit 15% prognostiziert
(in 2007 waren es 2%). *
Methoden, Standards, IT-Tools und Soft Skills sind nun elaboriert und haben Verbreitung gefunden. All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass laufend Projekte scheitern, in Krisen geraten oder Budgets maßlos überzogen werden. Woran liegt das?
"Das Management des Projektmanagements"
Wie können sich projektorientierte Unternehmen - abseits von Tools und Methoden - weiter entwickeln und sich bestmöglich für die Zukunft aufstellen? Wie kann man dieser Herausforderung differenziert und ganzheitlich begegnen?
Das Ziel
Die Entwicklung neuer Lösungsansätze und Handlungsoptionen für Führungskräfte, PM-Experten und HR-Manager.
Denkwerkstatt = Denken + Handeln
Es freut mich außerordentlich, dass ich vom Berliner Management Zentrum Witten (MZW) eingeladen wurde, diese Denkwerkstatt zu leiten. Gemeinsam mit meinem Kollegen Gerhard P. Krejci werden wir 2 Module à 2 Tage den aktuellen Fragen widmen. Durch die Moderation und das interaktive Design generieren wir einen gemeinsamen Denkprozess. Mit inhaltlichen Impulsen, Beispielen, theoretischer Verankerung und praktischer Überprüfung erarbeiten wir in einem angeregten Diskurs Lösungskonzepte für Ihr Unternehmen.
Details zur Veranstaltung
Modul 1: 31. Mai – 1. Juni 2010
Modul 2: 4. Okt - 5. Okt 2010
Preis: € 1.950,- zzgl. USt.
Anmeldung: online Formular
Weitere Informationen finden Sie im MZW Programmfolder oder sehr gerne in einem persönlichen Gespräch.
Einige weiterführende Blog-Postings im Thema sind:
Das Management des Projektmanagements (Jan A. Poczynek)
Projektmanagement unternehmensweit professionalisieren (Stefan Hagen)
Warum Projekte anders laufen (Olaf Hinz)
Quo vadis Projektmanagement? (Jan A. Poczynek)
Was bitte ist Projektmanagement-Beratung? (Jan A. Poczynek)
* dbresearch Studie 2007
Montag, 22. Februar 2010
Dienstag, 16. Februar 2010
Autonomie – Meister sein – Sinn stiften
Neulich führte ich ein Gespräch mit einem Konzerngeschäftsführer, als er ein internes Entwicklungsthema anschnitt:
Die Einführung eines Gehaltsmodells zur leistungsbezogenen, variablen Bezahlung. Wir hatten daraufhin einen sehr angeregten und detaillierten Austausch zur Einführung von Bonussystemen, der Wirkung variabler Bezahlung, Erwartungen von Führungskräften und Mitarbeitern, Motivationseffekten, den Projektdimensionen so eines Vorhabens bis hin zu einem adäquaten Changemanagement für die Einführung.
Meine schlussendliche Empfehlung möchte ich kurz zugespitzt so wiedergeben:
„Wenn Sie in Ihrem Unternehmen noch keine variable Bezahlung eingeführt haben, seien sie froh. Sie haben sich viel Zeit, Geld und Enttäuschungen erspart.“
Autonomie, Meister sein und Sinn stiften sind die Kernsubstanz unserer Leistungsfähigkeit und der Ihrer Mitarbeiter. Es geht (den meisten) Menschen nicht ums Geld. Das Video aus der TED-Conference 2009 von Dan Pink „Die überraschende Wissenschaft der Motivation“ möchte ich Ihnen dazu nahe legen. Es ist zugleich unterhaltsam und informativ.
Die Einführung eines Gehaltsmodells zur leistungsbezogenen, variablen Bezahlung. Wir hatten daraufhin einen sehr angeregten und detaillierten Austausch zur Einführung von Bonussystemen, der Wirkung variabler Bezahlung, Erwartungen von Führungskräften und Mitarbeitern, Motivationseffekten, den Projektdimensionen so eines Vorhabens bis hin zu einem adäquaten Changemanagement für die Einführung.
Meine schlussendliche Empfehlung möchte ich kurz zugespitzt so wiedergeben:
„Wenn Sie in Ihrem Unternehmen noch keine variable Bezahlung eingeführt haben, seien sie froh. Sie haben sich viel Zeit, Geld und Enttäuschungen erspart.“
Autonomie, Meister sein und Sinn stiften sind die Kernsubstanz unserer Leistungsfähigkeit und der Ihrer Mitarbeiter. Es geht (den meisten) Menschen nicht ums Geld. Das Video aus der TED-Conference 2009 von Dan Pink „Die überraschende Wissenschaft der Motivation“ möchte ich Ihnen dazu nahe legen. Es ist zugleich unterhaltsam und informativ.
Sonntag, 31. Januar 2010
Was bitte ist Projektmanagement-Beratung?
Vielleicht liegt es an meiner Haltung und Meinung zum Begriff -
„Bei systemischer Beratung geht es primär um das Stärken der Ressourcen und Kompetenzen des jeweiligen zu beratenden Systems“ – könnte von mir sein, wenn es nicht so auf Wikipedia zu finden wäre.
Was heute unter Projektmanagement-„Beratung“ verkauft wird, hätte viel eher den Begriff „Industrie“ verdient. Standardtrainings, Verfahrensmodelle, Projektmanagementmethoden, Prozesslandkarten, IT-Toolsets, Formularvorlagen, u.v.m. bis hin zu Zertifizierungsrichtlinien von weltweit agierenden Dachverbänden. Klienten können in Tagen, Wochen, Stück oder Tonnen abrufen und bekommen geliefert. Das Problem ist nur, dass sie oft nicht bekommen, was sie brauchen.
Wenn ich einige Behauptungen und Argumentationen der Marketingunterlagen dieser Industrie übersetzen darf, dann klingen sie etwa so:

Wo ist hier die Beratungsleistung?
Ich bestreite keineswegs, dass Methoden, Tools, Prozesse und Standards sehr hilfreiche und notwendige Bestandteile eines erfolgreichen Projektmanagements sind. Aber das reicht nicht und oft sind diese auch weder der Hebel, noch die „Silver Bullets“ zum Erfolg.
Im „Beratungs“- und Trainingsmarkt des Projektmanagements der letzten 15 Jahre entstand ein "wunderbares" Matching zwischen den Wünschen von Organisationen nach Sicherheit, Strukturierung und Nachvollziehbarkeit von Kompetenzen die im Rahmen von Projekten notwendig sind. Dem gegenüber stehen Angebote, die diesen Wünschen simpel nachkommen. Sie führen aber wenig Unterschiede und Irritationen ein.
„Beratung“ ist für jede Leistung der falsche Begriff, die beim Kunden dauerhaft mehr vom Gleichen produziert.
Die Klarheit zu fördern, dass es viele notwendige und hilfreiche Kompetenzen und Instrumente gibt, diese aber gleichzeitig nicht hinreichenden sein müssen, ist derzeit eines der größten Entwicklungsfelder in der Professionalisierung des Projektmanagements. Erfolgskritische Maßnahmen und Kompetenzen mit Kunden höchst individuell und situationsadäquat zu entwickeln, würde ich Projektmanagement-Beratung nennen.

Beitrag von Jan A. Poczynek steht unter einer Creative Commons Lizenz.
„Bei systemischer Beratung geht es primär um das Stärken der Ressourcen und Kompetenzen des jeweiligen zu beratenden Systems“ – könnte von mir sein, wenn es nicht so auf Wikipedia zu finden wäre.
Was heute unter Projektmanagement-„Beratung“ verkauft wird, hätte viel eher den Begriff „Industrie“ verdient. Standardtrainings, Verfahrensmodelle, Projektmanagementmethoden, Prozesslandkarten, IT-Toolsets, Formularvorlagen, u.v.m. bis hin zu Zertifizierungsrichtlinien von weltweit agierenden Dachverbänden. Klienten können in Tagen, Wochen, Stück oder Tonnen abrufen und bekommen geliefert. Das Problem ist nur, dass sie oft nicht bekommen, was sie brauchen.
Wenn ich einige Behauptungen und Argumentationen der Marketingunterlagen dieser Industrie übersetzen darf, dann klingen sie etwa so:

- Beispiel 1 – Projektmanagement-Tool ... Durch die Installation von Microsoft Word, legen Sie den wichtigsten Grundstein für den Pulitzerpreis.
- Beispiel 2 – Standardtrainings und Methoden ... Wenn Sie einen Kochkurs absolvieren, dann ein glänzendes Set an Töpfen, Pfannen und scharfen Messern kaufen und sich eine Kochmütze aufsetzen, sind Sie bald Haubenkoch. Am besten kommen sie als Gruppe von 10 Personen.
- Beispiel 3 – Projekt Coaching ... Wenn Sie für eine Zahnpflege zum Zahnarzt kommen, schleifen wir Ihnen alle Zähne ab und verpassen Ihnen Gold Inlays. Ihr Lächeln wird strahlender als je zuvor. Das wird sogar Ihren Vorstand beeindrucken.
- Beispiel 4 – Zertifizierung ... Für die Teilnahmeanmeldung an der Rallye Dakar brauchen Sie vor allem einen gültigen Führerschein.
Wo ist hier die Beratungsleistung?
Ich bestreite keineswegs, dass Methoden, Tools, Prozesse und Standards sehr hilfreiche und notwendige Bestandteile eines erfolgreichen Projektmanagements sind. Aber das reicht nicht und oft sind diese auch weder der Hebel, noch die „Silver Bullets“ zum Erfolg.
Im „Beratungs“- und Trainingsmarkt des Projektmanagements der letzten 15 Jahre entstand ein "wunderbares" Matching zwischen den Wünschen von Organisationen nach Sicherheit, Strukturierung und Nachvollziehbarkeit von Kompetenzen die im Rahmen von Projekten notwendig sind. Dem gegenüber stehen Angebote, die diesen Wünschen simpel nachkommen. Sie führen aber wenig Unterschiede und Irritationen ein.
„Beratung“ ist für jede Leistung der falsche Begriff, die beim Kunden dauerhaft mehr vom Gleichen produziert.
Die Klarheit zu fördern, dass es viele notwendige und hilfreiche Kompetenzen und Instrumente gibt, diese aber gleichzeitig nicht hinreichenden sein müssen, ist derzeit eines der größten Entwicklungsfelder in der Professionalisierung des Projektmanagements. Erfolgskritische Maßnahmen und Kompetenzen mit Kunden höchst individuell und situationsadäquat zu entwickeln, würde ich Projektmanagement-Beratung nennen.

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Mittwoch, 30. Dezember 2009
"Viel Glück im neuen Jahr!"
...das ist so oft und so leicht gesagt, doch was könnten wir uns dabei denken?
Ich lade Sie zu einem philosophischen Neujahrsgruß ein:

I wish You, a year full of Sunshine!
Jan A. Poczynek

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Ich lade Sie zu einem philosophischen Neujahrsgruß ein:

Viel Glück im neuen Jahr!
Ist "ein" Glück nicht genug zum glücklich sein?
Oder brauchen wir doch besser: "viel"?
Schließlich ist "viel" und besser vielbesser.
Und "viel" klingt auch sehr viel-versprechend.
Aber wieviel ist denn "viel" Glück?
Womöglich ist "viel" gar nicht tragbar?
Etwa sogar mehr als man braucht?
Wäre "viel" denn am Ende unbescheiden?
Und was machen wir mit dem vielen Glück aus dem Vorjahr?
Aufheben? Dann hätte ich schon eines fürs neue Jahr.
Aber kann ich es auspacken, wenn ich's brauche?
Und verstaubt es inzwischen oder wird's rostig?
Könnte jemand anders dieses Glück rauben?
Wenn ich gerade… schlafe zum Beispiel?
Und bleibt die Verpackung dann liegen?
Gibt's dafür einen Versicherungsschutz?
Sollten wir das Glück dann nicht besser gleich einsperren?
Aber wie weiß ich dann, ob's noch da ist?
Vielleicht indem ich das halbe Glück mitnehme?
Macht mich die fehlende Hälfte dann ganz unglücklich?
Womit kann ich mein Glück eigentlich abmessen?
Damit ich weiß, ob es viel ist?
Oder ob noch etwas für mich da ist?
Ob ich jetzt gerade Zeit hab für Glück?
Und was, wenn ich gerade jetzt einen Augenblick Glück habe?
Kann ich das Glück erkennen und achtsam genug sein?
Und könnte dieser Augenblick scheinbar ewig dauern?
Ist alles Glück immer in jedem Augenblick?
Was ist dann noch der Unterschied zwischen Glück,
Liebe, Licht, Gott und dem Universum…?
Ist "ein" Glück nicht genug zum glücklich sein?
Oder brauchen wir doch besser: "viel"?
Schließlich ist "viel" und besser vielbesser.
Und "viel" klingt auch sehr viel-versprechend.
Aber wieviel ist denn "viel" Glück?
Womöglich ist "viel" gar nicht tragbar?
Etwa sogar mehr als man braucht?
Wäre "viel" denn am Ende unbescheiden?
Und was machen wir mit dem vielen Glück aus dem Vorjahr?
Aufheben? Dann hätte ich schon eines fürs neue Jahr.
Aber kann ich es auspacken, wenn ich's brauche?
Und verstaubt es inzwischen oder wird's rostig?
Könnte jemand anders dieses Glück rauben?
Wenn ich gerade… schlafe zum Beispiel?
Und bleibt die Verpackung dann liegen?
Gibt's dafür einen Versicherungsschutz?
Sollten wir das Glück dann nicht besser gleich einsperren?
Aber wie weiß ich dann, ob's noch da ist?
Vielleicht indem ich das halbe Glück mitnehme?
Macht mich die fehlende Hälfte dann ganz unglücklich?
Womit kann ich mein Glück eigentlich abmessen?
Damit ich weiß, ob es viel ist?
Oder ob noch etwas für mich da ist?
Ob ich jetzt gerade Zeit hab für Glück?
Und was, wenn ich gerade jetzt einen Augenblick Glück habe?
Kann ich das Glück erkennen und achtsam genug sein?
Und könnte dieser Augenblick scheinbar ewig dauern?
Ist alles Glück immer in jedem Augenblick?
Was ist dann noch der Unterschied zwischen Glück,
Liebe, Licht, Gott und dem Universum…?
I wish You, a year full of Sunshine!
Jan A. Poczynek

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Mittwoch, 11. November 2009
Kommunikation... Schnell
Wie schätzen Sie die Geschwindigkeit Ihrer Kommunikation ein?
Sind Sie eher schnell?

Ein neues Maß für 'schnell'
Ob Sie nun eine Einzelperson, eine Gruppe von Leuten, ein Team oder eine ganze Organisation in ihrer Kommunikationsgeschwindigkeit betrachten, das neue Maß für schnell ist Kommunikation in "Echtzeit".
Social Media = persönliche Kommunikation (auf Distanz)
Natürlich enthalten Social Media und das Web 2.0 andere Aspekte der Interaktion, aber was ihre Geschwindigkeit betrifft erreichen sie die Qualität der persönlichen Kommunikation in "Echtzeit". Nur mit dem Unterschied, dass viel mehr Personen in diese Kommunikation involviert sind.
Wenn Schnelligkeit zählt...
In Zukunft werden wir nicht mehr über schnell oder langsam kommunizierende Menschen, Teams oder Organisationen sprechen. Live- und Streaming-Medien haben nur das Limit der Schall- und Lichtgeschwindigkeit.
In Zukunft sind Kommunikationen entweder Jetzt oder Geschichte.
Sind Sie eher schnell?

Ein neues Maß für 'schnell'
Ob Sie nun eine Einzelperson, eine Gruppe von Leuten, ein Team oder eine ganze Organisation in ihrer Kommunikationsgeschwindigkeit betrachten, das neue Maß für schnell ist Kommunikation in "Echtzeit".
Social Media = persönliche Kommunikation (auf Distanz)
Natürlich enthalten Social Media und das Web 2.0 andere Aspekte der Interaktion, aber was ihre Geschwindigkeit betrifft erreichen sie die Qualität der persönlichen Kommunikation in "Echtzeit". Nur mit dem Unterschied, dass viel mehr Personen in diese Kommunikation involviert sind.
Wenn Schnelligkeit zählt...
In Zukunft werden wir nicht mehr über schnell oder langsam kommunizierende Menschen, Teams oder Organisationen sprechen. Live- und Streaming-Medien haben nur das Limit der Schall- und Lichtgeschwindigkeit.
In Zukunft sind Kommunikationen entweder Jetzt oder Geschichte.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Digital Mindshift I
Hat sich Ihr Kommunikationsverhalten in den letzten Jahren verändert? Stellen Sie sich vor, auf Ihr Mobiltelefon und Emails verzichten zu müssen! Wo würden Sie heute stehen?
Die zukünftige Auswirkung von Web 2.0 und Social Media wird noch viel radikaler eingeschätzt. Experten sind sich einig: die jetzt stattfindende Veränderung ist gravierender als die Erfindung des Buchdruckes. Internetmedien von Facebook, Xing, Myspace und Twitter bis Youtube, Wikipedia, Flickr und Delicious, um nur einige wenige zu nennen, sind die neue Gegenwart der Digital Social Networks.
Die neuen Möglichkeiten der globalen Vernetzung von Informationen, Medien und allen involvierten Teilnehmern in Echtzeit werden unsere Gesellschaft grundlegend verändern, und damit Unternehmen, Kollaborationsformen, Teamarbeit, Organisationsformen und das private Kommunikationsverhalten jedes Einzelnen.
Davon ist nicht nur der Austausch privater und beruflicher Informationen betroffen. Alle bisher erfundenen Medien – wie Film, Fernsehen, Telefon, Radio, Email, Musik, Video, etc – fließen in einem digitalen Medium zusammen, das allen zugängig ist – dem Internet. Klassische „Sender-Empfänger“ oder „Produzent-Konsument“ Modelle verschmelzen zum „Prosumer“. Gleichzeitig sinkt die technologische Eintrittsschwelle laufend. Einen Effekt, für den früher eine Fernsehanstalt, Nachrichtenagentur, Filmteam und spezialisiertes Equipment notwendig waren, kann heute EIN Mensch mit seinem Mobiltelefon erreichen: z.B. ein Live-Video aus einem Kriegsgebiet aus zu strahlen, das weltweit Millionen Seher erreicht.
Das gilt auch für (zukünftige) Wertschöpfungsprozesse, Innovationen und Ressourcenpotenziale unserer Wissensgesellschaft.
Oder wie es Chris Anderson auf den Punkt bringt:
„Don’t underestimate the power of one million amateurs, who have a key to the factory.“

Wir reden hier nicht nur über ein Generationenthema, nicht über ein paar Lifestyle-Phantasien der Digital Natives, nicht über einen Hype und nicht über technologische Entwicklungen. Wir haben es vermutlich mit nichts geringerem zu tun, als der bisher größten strukturellen Veränderung der Gesellschaft.
Der Digital Mindshift begleitet und unterstützt die Evolution unserer Kommunikation.
Die zukünftige Auswirkung von Web 2.0 und Social Media wird noch viel radikaler eingeschätzt. Experten sind sich einig: die jetzt stattfindende Veränderung ist gravierender als die Erfindung des Buchdruckes. Internetmedien von Facebook, Xing, Myspace und Twitter bis Youtube, Wikipedia, Flickr und Delicious, um nur einige wenige zu nennen, sind die neue Gegenwart der Digital Social Networks.
Die neuen Möglichkeiten der globalen Vernetzung von Informationen, Medien und allen involvierten Teilnehmern in Echtzeit werden unsere Gesellschaft grundlegend verändern, und damit Unternehmen, Kollaborationsformen, Teamarbeit, Organisationsformen und das private Kommunikationsverhalten jedes Einzelnen.
Davon ist nicht nur der Austausch privater und beruflicher Informationen betroffen. Alle bisher erfundenen Medien – wie Film, Fernsehen, Telefon, Radio, Email, Musik, Video, etc – fließen in einem digitalen Medium zusammen, das allen zugängig ist – dem Internet. Klassische „Sender-Empfänger“ oder „Produzent-Konsument“ Modelle verschmelzen zum „Prosumer“. Gleichzeitig sinkt die technologische Eintrittsschwelle laufend. Einen Effekt, für den früher eine Fernsehanstalt, Nachrichtenagentur, Filmteam und spezialisiertes Equipment notwendig waren, kann heute EIN Mensch mit seinem Mobiltelefon erreichen: z.B. ein Live-Video aus einem Kriegsgebiet aus zu strahlen, das weltweit Millionen Seher erreicht.
Das gilt auch für (zukünftige) Wertschöpfungsprozesse, Innovationen und Ressourcenpotenziale unserer Wissensgesellschaft.
Oder wie es Chris Anderson auf den Punkt bringt:
„Don’t underestimate the power of one million amateurs, who have a key to the factory.“

Wir reden hier nicht nur über ein Generationenthema, nicht über ein paar Lifestyle-Phantasien der Digital Natives, nicht über einen Hype und nicht über technologische Entwicklungen. Wir haben es vermutlich mit nichts geringerem zu tun, als der bisher größten strukturellen Veränderung der Gesellschaft.
Der Digital Mindshift begleitet und unterstützt die Evolution unserer Kommunikation.
Dienstag, 29. September 2009
Was passiert da gerade?
Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, warum Menschen gewisse Dinge tun...
...ja, bestimmt.
Haben Sie sich auch gefragt, warum Menschen auf einmal etwas tun, das sie zuvor noch nie getan haben...
...ja, wahrscheinlich auch.
Aber haben Sie sich auch gefragt, was es bedeuten könnte, wenn auf einmal abertausende Menschen solche "Dinge tun"...
...etwa Flashmobs!?
Ganz ehrlich: Mich beschäftigt das! Warum gibt es dieses Phänomen jetzt - seit wenigen Jahren? Und warum nicht schon viel länger?
Liegt es daran, dass unsere Gesellschaft neue Kommunikationsfähigkeiten entwickelt hat und der "Schwarm" erstmals in seiner gesamten Intelligenz übt und lernt sich zu formieren...
...ja bestimmt.
Flashmobs sind ein wunderbares Phänomen der Emergenz.
Was hat das mit Beratung zu tun?
Das Video zeigt nicht ein Live-Konzert. Es geht nicht (nur) um Unter-haltung.
Das ist im weitesten Sinne eine Großgruppen Intervention. Diese Aktion ist wohl geplant, vorbereitet und begleitet worden.
Stellen Sie sich vor, Sie könnten die hier entstehende Qualität: Motivation, Aufmerksamkeit, Freude, Synchronisation, Vergemeinschaftung und Energiepegel für nur 5 Minuten in Ihrem Unternehmen erreichen.
Was würde eine Intervention dieser Qualität in Ihrem Unternehmen in Bewegung setzen...?
...ja, bestimmt.
Haben Sie sich auch gefragt, warum Menschen auf einmal etwas tun, das sie zuvor noch nie getan haben...
...ja, wahrscheinlich auch.
Aber haben Sie sich auch gefragt, was es bedeuten könnte, wenn auf einmal abertausende Menschen solche "Dinge tun"...
...etwa Flashmobs!?
Flashmob Chicago - Black Eyed Peas "I gotta Feeling" for Oprah Winfrey
Ganz ehrlich: Mich beschäftigt das! Warum gibt es dieses Phänomen jetzt - seit wenigen Jahren? Und warum nicht schon viel länger?
Liegt es daran, dass unsere Gesellschaft neue Kommunikationsfähigkeiten entwickelt hat und der "Schwarm" erstmals in seiner gesamten Intelligenz übt und lernt sich zu formieren...
...ja bestimmt.
Flashmobs sind ein wunderbares Phänomen der Emergenz.
Was hat das mit Beratung zu tun?
Das Video zeigt nicht ein Live-Konzert. Es geht nicht (nur) um Unter-haltung.
Das ist im weitesten Sinne eine Großgruppen Intervention. Diese Aktion ist wohl geplant, vorbereitet und begleitet worden.
Stellen Sie sich vor, Sie könnten die hier entstehende Qualität: Motivation, Aufmerksamkeit, Freude, Synchronisation, Vergemeinschaftung und Energiepegel für nur 5 Minuten in Ihrem Unternehmen erreichen.
Was würde eine Intervention dieser Qualität in Ihrem Unternehmen in Bewegung setzen...?
Freitag, 18. September 2009
„Managing Cuts and New Growth“
Meine Buchrezension wurde erstmals im Heft 5, Sept. 2009 mit dem Schwerpunkt „Transnationale Utopie?“ in der Revue für Postheroisches Management veröffentlicht:
Warum sollten Sie eine Rezension über ein englisches Buch lesen, dessen deutschsprachiges Original bereits vor mehreren Jahren erschienen ist? Zeitgemäße Zeitlosigkeit. Übersetzte Internationalität. In Zeiten der Krise re-aktualisiertes Changemanagement. Was möchte ich damit sagen …?
Dieses Buch ist für Berater und Führungskräfte gleichermaßen interessant. Als ich vor fünf Jahren Harte Schnitte Neues Wachstum gelesen habe, war meine Perspektive noch die einer Führungskraft in Mitten eines strategischen Changeprojektes. Das neue Werk ist mit der Brille eines Organisationsberaters genauso hilfreich und vor allem aktueller denn je. Es gibt einen gründlichen Überblick zur Thematik der Transformation von Organisationen und ausreichend Anknüpfungspunkte, um einen Praxistransfer zu ermöglichen.
Im Fokus stehen die Veränderungstypen der »Unbalanced Transformation«, die von diametralen Zielsetzungen – nämlich von »Cuts and Growth« zur gleichen Zeit – bestimmt sind. Dieses höchst anspruchsvolle Spannungsfeld gilt es, als Lösungsraum zu erkennen und dann in all seiner Komplexität gezielt zu steuern. Dafür werden zuerst Landkarten, Indikationen und Beispiele erklärt. In Folge sind die Unterschiede der beiden Modi der Schnitte und des Wachstums beschrieben und werden dann mit verschiedenen Architekturen, Designs und Interventionen bearbeitbar gemacht.
Den Autoren Barbara Heitger und Alexander Doujak ist in ihrem Buch Managing Cuts and New Growth dazu mehreres sehr gut gelungen. Zuerst ist das eine Positionierung von systemischer Beratung abseits des Schönwetterflugs und sozialer Workshopromantik, die systemischen Ansätzen teilweise leider immer noch anhaftet. Weiterhin liefert die Einhaltung einer mittleren Flughöhe zum Themenkomplex einerseits guten Überblick und konkrete Landkarten für das Changemanagement und andererseits gut sichtbare Vertiefungen und Details. Es handelt sich insgesamt um einen überzeugenden Mix an Modellen, Methoden, Praxisbezügen, Fallstudien bis hin zu Interventionen. Besonders gelingt es durch eigene Kapitel, sowohl auf die Emotionen und Gefühlswelten in Veränderungsprozessen Bezug zu nehmen, als auch Businessfakten und die Macht der Zahlen in ihrem hohen Stellenwert zu bestätigen. Die beschriebenen Gedanken von involvierten Personen am Ende einiger Kapitel skizzieren die Phasen der Veränderung in ihrem Kernwesen und runden das Bild sehr treffend ab.
Originalartikel - Rezension als PDF.
Warum sollten Sie eine Rezension über ein englisches Buch lesen, dessen deutschsprachiges Original bereits vor mehreren Jahren erschienen ist? Zeitgemäße Zeitlosigkeit. Übersetzte Internationalität. In Zeiten der Krise re-aktualisiertes Changemanagement. Was möchte ich damit sagen …?
Dieses Buch ist für Berater und Führungskräfte gleichermaßen interessant. Als ich vor fünf Jahren Harte Schnitte Neues Wachstum gelesen habe, war meine Perspektive noch die einer Führungskraft in Mitten eines strategischen Changeprojektes. Das neue Werk ist mit der Brille eines Organisationsberaters genauso hilfreich und vor allem aktueller denn je. Es gibt einen gründlichen Überblick zur Thematik der Transformation von Organisationen und ausreichend Anknüpfungspunkte, um einen Praxistransfer zu ermöglichen.
Im Fokus stehen die Veränderungstypen der »Unbalanced Transformation«, die von diametralen Zielsetzungen – nämlich von »Cuts and Growth« zur gleichen Zeit – bestimmt sind. Dieses höchst anspruchsvolle Spannungsfeld gilt es, als Lösungsraum zu erkennen und dann in all seiner Komplexität gezielt zu steuern. Dafür werden zuerst Landkarten, Indikationen und Beispiele erklärt. In Folge sind die Unterschiede der beiden Modi der Schnitte und des Wachstums beschrieben und werden dann mit verschiedenen Architekturen, Designs und Interventionen bearbeitbar gemacht.
Den Autoren Barbara Heitger und Alexander Doujak ist in ihrem Buch Managing Cuts and New Growth dazu mehreres sehr gut gelungen. Zuerst ist das eine Positionierung von systemischer Beratung abseits des Schönwetterflugs und sozialer Workshopromantik, die systemischen Ansätzen teilweise leider immer noch anhaftet. Weiterhin liefert die Einhaltung einer mittleren Flughöhe zum Themenkomplex einerseits guten Überblick und konkrete Landkarten für das Changemanagement und andererseits gut sichtbare Vertiefungen und Details. Es handelt sich insgesamt um einen überzeugenden Mix an Modellen, Methoden, Praxisbezügen, Fallstudien bis hin zu Interventionen. Besonders gelingt es durch eigene Kapitel, sowohl auf die Emotionen und Gefühlswelten in Veränderungsprozessen Bezug zu nehmen, als auch Businessfakten und die Macht der Zahlen in ihrem hohen Stellenwert zu bestätigen. Die beschriebenen Gedanken von involvierten Personen am Ende einiger Kapitel skizzieren die Phasen der Veränderung in ihrem Kernwesen und runden das Bild sehr treffend ab.
Originalartikel - Rezension als PDF.
Dienstag, 18. August 2009
Entfaltung ist Wachstum
Ein starker Anfang, den Martin Herget (*) in seinem neuen Blog "Entfaltung ist Wachstum" vorlegt. Da kommt beim Lesen Spannung auf...
Von Kafka über das Lachen unserer Babys, zu gefangenen Elefanten, unserem eigenen Lachen, Schwammerln zur Weltrettung und weiteren Inspirationen - es sind Mentale Modelle, erweiterte Perspektiven und alternative Handlungsmodelle, die Martin Herget aufmacht und illustriert. Für interessierte, reflektierende Leser wirken seine Postings wie ein Online Coaching oder erfrischend erheiternde Leseeinheiten. Und als passionierter (Hobby-) Fotograf stellt Martin eigenes Bildmaterial ein, das visuell sehr wuchtig rüber kommt.
Ein neuer Blog den man gespannt verfolgen darf...
* Martin Herget ist Executive Coach, Berater und Querdenker aus Wien und ein wunderbarer Freund.
Von Kafka über das Lachen unserer Babys, zu gefangenen Elefanten, unserem eigenen Lachen, Schwammerln zur Weltrettung und weiteren Inspirationen - es sind Mentale Modelle, erweiterte Perspektiven und alternative Handlungsmodelle, die Martin Herget aufmacht und illustriert. Für interessierte, reflektierende Leser wirken seine Postings wie ein Online Coaching oder erfrischend erheiternde Leseeinheiten. Und als passionierter (Hobby-) Fotograf stellt Martin eigenes Bildmaterial ein, das visuell sehr wuchtig rüber kommt.
Ein neuer Blog den man gespannt verfolgen darf...
* Martin Herget ist Executive Coach, Berater und Querdenker aus Wien und ein wunderbarer Freund.
Mittwoch, 12. August 2009
Virtuelle Teams
Wenn ein angehender Pilot im Flugsimulator mit 520mph Restgeschwindigkeit auf einer Wasseroberfläche aufknallt, dann passiert… gar nichts. Ja OK, er hat wahrscheinlich erhöhte Pulsfrequenz. Der Simulator gibt ein Protokoll aus, wird wieder auf Startbereitschaft initialisiert und der Pilot versucht es erneut. Es war nur ein virtueller Trainingsflug.

Echte Herausforderungen
Komplexe internationale Projekte, transnationale Unternehmen, Mergers and Akquisitions, Pionierleistungen oder ähnliche benötigen eine spezielle Form der Teamarbeit. Darin sind viele Aspekte zu finden wie etwa…
Das erzeugt echte Emotionen. Und dort sind die Hebel.

Echte Herausforderungen
Komplexe internationale Projekte, transnationale Unternehmen, Mergers and Akquisitions, Pionierleistungen oder ähnliche benötigen eine spezielle Form der Teamarbeit. Darin sind viele Aspekte zu finden wie etwa…
- Echte Ambitionen
- Echte Benchmarks
- Echte Checklisten
- Echte Dokumente
- Echte Ergebnisse
- Echte Fehler
- Echte Gehälter
- Echte Honorare
- Echte Internetverbindung
- Echter Jet-Lag
- Echte Konflikte
- Echte Kulturdifferenzen
- Echte Länderspezifika
- Echte Menschen
- Echte Notebooks
- Echte Projektmanager
- Echte Prioritäten
- Echte Reportings
- Echte Sprachbarrieren
- Echte Telefonkonferenzen
- Echte Visionen
- Echte Wirtschaftlichkeit
- Echte Zeitzonen
- Echte Ziele
Das erzeugt echte Emotionen. Und dort sind die Hebel.
Dienstag, 11. August 2009
Vergessen Sie Ihr Organigramm!
Organigramme stimmen nie mit der Realität von Unternehmen überein und limitieren Ihr Vorstellungsvermögen!
Ihre Ursprünge sind in den geometrischen Orientierungsplänen der Antike genauso zu finden, wie in jenen von Klosteranlagen. So gibt etwa der St.Galler Klosterplan anno 826 (Codex Sangallensis) einen klaren Überblick: Wer, Wo, Wie zur Wirkung kam.
* Als Visualisierung von funktionalen Arbeitsteilungen und Kommunikationswegen versuchen Organigramme etwas Ähnliches und sind in ihrer Methode daher über 1000 Jahre alt.

Betrachten wir kurz den neueren Wandel von Organisationstypologien. D.h. nicht die Reorganisation einzelner Unternehmen im Sinne von Changemanagement, sondern die Entstehung neuer Organisationsformen. In diesem Zusammenhang ist die strukturelle Kopplung durch Kommunikation die wesentlichste Betrachtungseinheit. Wenn man die Entwicklung der Kommunikation und der zugehörigen Medien der letzten 30 Jahre betrachtet, sollte es nicht überraschen, dass Organisationsformen die ihre Hochblüte im Taylorismus entwickelt haben nicht mehr den aktuellen Stand unserer Gesellschaft widerspiegeln können. Etwas mehr soziale Dynamik ist angesagt.
Genauso ist das Phänomen der Digitalen Sozialen Netzwerke ein Vorbote neuer Strukturformen. Die Evolution neuer Organisationstypen entsteht förmlich aus einer "frei beweglichen Modelliermasse von Ressourcen" aus der sich dynamisch neue Konstrukte herausbilden und wieder auflösen.
Eines steht fest: heutige Organigramme sind lahme Krücken aus dem Mittelalter, die unsere visuelle Assoziationsfähigkeit in die Irre (Statik) führen. Neue Organisationstypen werden sich ihre Formen zwar erst suchen müssen, aber ich bin überzeugt, dass Organisationen in Zukunft eher mit dynamischen Modellen von Flüssigkeiten, Partikelwolken oder Magnetfeldern zu beschreiben sein werden, als mit vergilbten Statikplänen von Backsteinbauten mit eingravierten Namenschildern.
Ihre Ursprünge sind in den geometrischen Orientierungsplänen der Antike genauso zu finden, wie in jenen von Klosteranlagen. So gibt etwa der St.Galler Klosterplan anno 826 (Codex Sangallensis) einen klaren Überblick: Wer, Wo, Wie zur Wirkung kam.
* Als Visualisierung von funktionalen Arbeitsteilungen und Kommunikationswegen versuchen Organigramme etwas Ähnliches und sind in ihrer Methode daher über 1000 Jahre alt.

Betrachten wir kurz den neueren Wandel von Organisationstypologien. D.h. nicht die Reorganisation einzelner Unternehmen im Sinne von Changemanagement, sondern die Entstehung neuer Organisationsformen. In diesem Zusammenhang ist die strukturelle Kopplung durch Kommunikation die wesentlichste Betrachtungseinheit. Wenn man die Entwicklung der Kommunikation und der zugehörigen Medien der letzten 30 Jahre betrachtet, sollte es nicht überraschen, dass Organisationsformen die ihre Hochblüte im Taylorismus entwickelt haben nicht mehr den aktuellen Stand unserer Gesellschaft widerspiegeln können. Etwas mehr soziale Dynamik ist angesagt.
Genauso ist das Phänomen der Digitalen Sozialen Netzwerke ein Vorbote neuer Strukturformen. Die Evolution neuer Organisationstypen entsteht förmlich aus einer "frei beweglichen Modelliermasse von Ressourcen" aus der sich dynamisch neue Konstrukte herausbilden und wieder auflösen.
(c) Flight404 @ VIMEO
Eines steht fest: heutige Organigramme sind lahme Krücken aus dem Mittelalter, die unsere visuelle Assoziationsfähigkeit in die Irre (Statik) führen. Neue Organisationstypen werden sich ihre Formen zwar erst suchen müssen, aber ich bin überzeugt, dass Organisationen in Zukunft eher mit dynamischen Modellen von Flüssigkeiten, Partikelwolken oder Magnetfeldern zu beschreiben sein werden, als mit vergilbten Statikplänen von Backsteinbauten mit eingravierten Namenschildern.
Dienstag, 4. August 2009
Twitter killed the Radio Star
Bob Pittman wurde von vielen Medien-Profis für verrückt erklärt oder milde belächelt, weil er eine TV-Station gründen wollte, die ausschließlich für die Ausstrahlung von Musikvideos konzipiert war. Das war Anfang der 80er.
1. August 1981 – mit einer wohl überlegten, siegessicheren Botschaft - geht MTV mit dem ersten Video on air:
„Video Killed The Radio Star“ (The Buggles)
Der Text in diesem ersten Musikvideo lautet auszugsweise:
…Rewritten by machine and new technology,
and now I understand the problems you can see.
I met your children. What did you tell them?
Video killed the radio star…
Radio gibt es zwar noch immer, aber das gesamte Musikbusiness hat sich von diesem Tag an für Künstler, Produzenten und Plattenlabels radikal verändert. Mitte 70er bis Mitte 80er Geborene werden als „Generation MTV“ bezeichnet. Marketingstrategien wurden neu geschrieben. Hollywoodproduktionen mussten ihren Stil verändern, um den visuellen Ansprüchen des MTV-Publikums gerecht zu werden. Eine kleine Subkultur genannt Hip Hop wird zur Mainstreamlawine. Ein Video wie Madonna’s „Like a Virgin“ löste eine internationale, blondgefärbte Dauerwellenhysterie aus. Eine Bandleader wie U2’s Bono Vox wird als Identifikationsfigur wichtiger als Staats- und Parteichefs, u.s.w.
Etwa eine Generation später…
Stellen Sie sich vor, etwas Ähnliches könnte gerade während Sie das lesen schon wieder passieren. „Ähnliches“ deshalb, weil wieder völlig neuartig und von seiner globalen Auswirkung erst vage abschätzbar. Von Vielen bereits als eine radikale Veränderung unserer Gesellschaft und der Kommunikation im 21. Jahrhundert beschrieben...
21. März 2006, mit „just setting up my twttr“ – einer sehr simplen Botschaft – startete eine neue Kommunikationsära.
Evan Williams (CEO Twitter) und Biz Stone (Co-Founder) – von vielen Medien-Profis und Telekommunikationsexperten für verrückt erklärt, weil sie einen „microblogging“ Dienst eröffnen, der ausschließlich für 140 Zeichen lange Online-Textnachrichten konzipiert ist.
Überprüfen wir besser unsere Mentalen Modelle:
Und da fällt mir noch eine letzte Textstelle aus diesem Nostalgievideo auf:
We can't rewind, we've gone too far...
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1. August 1981 – mit einer wohl überlegten, siegessicheren Botschaft - geht MTV mit dem ersten Video on air:
„Video Killed The Radio Star“ (The Buggles)
Der Text in diesem ersten Musikvideo lautet auszugsweise:
…Rewritten by machine and new technology,
and now I understand the problems you can see.
I met your children. What did you tell them?
Video killed the radio star…
Radio gibt es zwar noch immer, aber das gesamte Musikbusiness hat sich von diesem Tag an für Künstler, Produzenten und Plattenlabels radikal verändert. Mitte 70er bis Mitte 80er Geborene werden als „Generation MTV“ bezeichnet. Marketingstrategien wurden neu geschrieben. Hollywoodproduktionen mussten ihren Stil verändern, um den visuellen Ansprüchen des MTV-Publikums gerecht zu werden. Eine kleine Subkultur genannt Hip Hop wird zur Mainstreamlawine. Ein Video wie Madonna’s „Like a Virgin“ löste eine internationale, blondgefärbte Dauerwellenhysterie aus. Eine Bandleader wie U2’s Bono Vox wird als Identifikationsfigur wichtiger als Staats- und Parteichefs, u.s.w.
Etwa eine Generation später…
Stellen Sie sich vor, etwas Ähnliches könnte gerade während Sie das lesen schon wieder passieren. „Ähnliches“ deshalb, weil wieder völlig neuartig und von seiner globalen Auswirkung erst vage abschätzbar. Von Vielen bereits als eine radikale Veränderung unserer Gesellschaft und der Kommunikation im 21. Jahrhundert beschrieben...
21. März 2006, mit „just setting up my twttr“ – einer sehr simplen Botschaft – startete eine neue Kommunikationsära.
Evan Williams (CEO Twitter) und Biz Stone (Co-Founder) – von vielen Medien-Profis und Telekommunikationsexperten für verrückt erklärt, weil sie einen „microblogging“ Dienst eröffnen, der ausschließlich für 140 Zeichen lange Online-Textnachrichten konzipiert ist.
Überprüfen wir besser unsere Mentalen Modelle:
- "...das kann ja nichts werden."
- "...wiedermal eine Eintagsfliege."
- "...eine Spielerei für Jugendliche."
- "...wer soll soetwas brauchen."
- "...reine Zeitverschwendung."
Und da fällt mir noch eine letzte Textstelle aus diesem Nostalgievideo auf:
We can't rewind, we've gone too far...
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Sonntag, 26. Juli 2009
Philosophische Reflexion - von Bionik und Leadership
Auf meinem Weg zu einem Kunden fahre ich immer wieder in Niederösterreich an wunderschönen Sonnenblumenfeldern vorbei. Tausende bemerkenswerte Heliotropen (*) haben mich daher zu diesem Posting inspiriert.

Bionik – aus den Wörtern „Biologie“ und „Technik“ – bedeutet, dass wir von Naturprinzipien für andere Disziplinen lernen wollen. Diese Suche, was aus der Natur transferiert werden könnte, wird besonders durch die Ingenieurswissenschaften betrieben. Vom Flugzeugbau bis zur Leiterplattenfertigung werden von Funktionsprinzipien bis hin zu Molekularstrukturen die Ideen der Natur aufgegriffen. So konzipierte auch Leonardo da Vinci erste Fluggeräte. Ein guter Ansatz.
Was hat das mit Menschen, Leadership und komplexen Systemen zu tun?
Vielleicht mehr als Sie denken. Denn auch die Prinzipien der Selbstorganisation, Schwarmintelligenz und Informationsausbreitung kennen wir aus der Natur. Und letztlich sind wir selbst ein Teil der Natur. Bionik ist eine zusätzliche Ideenquelle für Entwicklungen in der Unternehmensführung und daher wertvoll. Fredmund Malik beschäftigt sich u.a. intensiver mit dem Thema Management Bionik.
Was ich an dieser Stelle gerne noch versuchen möchte - ohne Naturmetaphern 1:1 in Leadershipkonzepte zu übersetzen, denn dazu fühle ich mich der soziologischen Systemtheorie zu eng verbunden - ist eine (philosophische) Reflexion von Bionik und Leadership anzuregen. Der Nutzen daraus ist, dass Sie Ihre Erkenntnisse etwa als Anregungen für zukünftige Beobachtung sozialer Systeme, Ihres Unternehmens, eines Teams, einer Abteilung, etc. heran ziehen könnten.
Unser Studienobjekt: Sonnenblume (Helianthus annuus)
* Die Eigenschaft der Sonnenblume, sich dem Sonnenlicht immer zuzuwenden, nennt man Heliotropismus (griechisch für "Hinwendung zur Sonne").

Bionik – aus den Wörtern „Biologie“ und „Technik“ – bedeutet, dass wir von Naturprinzipien für andere Disziplinen lernen wollen. Diese Suche, was aus der Natur transferiert werden könnte, wird besonders durch die Ingenieurswissenschaften betrieben. Vom Flugzeugbau bis zur Leiterplattenfertigung werden von Funktionsprinzipien bis hin zu Molekularstrukturen die Ideen der Natur aufgegriffen. So konzipierte auch Leonardo da Vinci erste Fluggeräte. Ein guter Ansatz.
Was hat das mit Menschen, Leadership und komplexen Systemen zu tun?
Vielleicht mehr als Sie denken. Denn auch die Prinzipien der Selbstorganisation, Schwarmintelligenz und Informationsausbreitung kennen wir aus der Natur. Und letztlich sind wir selbst ein Teil der Natur. Bionik ist eine zusätzliche Ideenquelle für Entwicklungen in der Unternehmensführung und daher wertvoll. Fredmund Malik beschäftigt sich u.a. intensiver mit dem Thema Management Bionik.
Was ich an dieser Stelle gerne noch versuchen möchte - ohne Naturmetaphern 1:1 in Leadershipkonzepte zu übersetzen, denn dazu fühle ich mich der soziologischen Systemtheorie zu eng verbunden - ist eine (philosophische) Reflexion von Bionik und Leadership anzuregen. Der Nutzen daraus ist, dass Sie Ihre Erkenntnisse etwa als Anregungen für zukünftige Beobachtung sozialer Systeme, Ihres Unternehmens, eines Teams, einer Abteilung, etc. heran ziehen könnten.
Unser Studienobjekt: Sonnenblume (Helianthus annuus)
- Warum drehen sich alle Sonnenblumen im Feld freiwillig in Richtung der Sonne?
- Wie schaffen sie es diese Ausrichtung im Wachstum ständig zu adaptieren?
- Weshalb stehen Sie aber in ihrer Blütezeit dann fix in eine Richtung?
- Welche Qualität hat die Sonne in diesem Zusammenspiel?
- Wie schafft es die Sonne viele solcher Felder gleichzeitig auszurichten?
* Die Eigenschaft der Sonnenblume, sich dem Sonnenlicht immer zuzuwenden, nennt man Heliotropismus (griechisch für "Hinwendung zur Sonne").
Freitag, 24. Juli 2009
Web 2.0 verbindet
Armin Wolf – seriös, professionell, wortgewandt, fundiert, beliebt, brillant, preisgekrönt –
Österreichs Top Anchorman der ZiB2 Nachrichten auf ORF…
…und: witzig, offen und schelmisch!
Die letzteren drei sind Qualitäten, die bis vor kurzem eher seinen Freunden und Kollegen vorbehalten waren, aber nun auch für zig-Tausende Twitter-Followers sichtbar werden. Etwa wenn Armin Wolf preis gibt, wie er bei über 30°C im ORF-Studio zur Sache geht. Von meiner Seite gibt das +100 Sympathie-Punkte Herr Wolf!
Nun ist dieses Foto wunderbar erfrischend harmlos…
Doch was können wir daraus ableiten:
Web 2.0 verbindet uns Menschen in einer Art, wie sie zuvor nur im persönlichen Kontakt zu finden war, in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit wie sie bisher noch nie in der Geschichte möglich war. Innerhalb von Sekunden können wir über den gesamten Globus miteinander in Verbindung treten. Jeder mit jedem (mit Internetzugang). Was das bewirken wird weiß noch niemand wirklich, aber - so meine Hypothese - Web 2.0 wird etwas gravierendes mit unserer Gesellschaft machen.
Follow Armin Wolf on Twitter
Armin Wolf im ORF ZiB2 Tagebuch
Das Interview mit Armin Wolf von meinem Kollegen Ritchie auf Datadirt:
„Der mit dem Wolf twittert“
Österreichs Top Anchorman der ZiB2 Nachrichten auf ORF…
…und: witzig, offen und schelmisch!
Die letzteren drei sind Qualitäten, die bis vor kurzem eher seinen Freunden und Kollegen vorbehalten waren, aber nun auch für zig-Tausende Twitter-Followers sichtbar werden. Etwa wenn Armin Wolf preis gibt, wie er bei über 30°C im ORF-Studio zur Sache geht. Von meiner Seite gibt das +100 Sympathie-Punkte Herr Wolf!
Nun ist dieses Foto wunderbar erfrischend harmlos…
Doch was können wir daraus ableiten:
Web 2.0 verbindet uns Menschen in einer Art, wie sie zuvor nur im persönlichen Kontakt zu finden war, in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit wie sie bisher noch nie in der Geschichte möglich war. Innerhalb von Sekunden können wir über den gesamten Globus miteinander in Verbindung treten. Jeder mit jedem (mit Internetzugang). Was das bewirken wird weiß noch niemand wirklich, aber - so meine Hypothese - Web 2.0 wird etwas gravierendes mit unserer Gesellschaft machen.
Follow Armin Wolf on Twitter
Armin Wolf im ORF ZiB2 Tagebuch
Das Interview mit Armin Wolf von meinem Kollegen Ritchie auf Datadirt:
„Der mit dem Wolf twittert“
Mittwoch, 22. Juli 2009
Controlling ist in nutzlosen Projekten wichtig
In seinem neuen Artikel (IEEE Software 08/09 2009) über
„Software Engineering: An Idea Whose Time Has Come and Gone?“ reflektiert Tom DeMarco (*) Aussagen, die er vor über 25 Jahren über Controlling und Metriken formulierte und kommt zum Schluss, dass diese nicht mehr relevant sind. Er bleibt statt dessen konsequent visionär:
Um den Stellenwert von Controlling heute zu verstehen, muss man zwei grundlegend unterschiedliche Arten von Projekten unterscheiden...
Softwareengineering ist ein sekundäres Anliegen, weil die Vorhersagbarkeit von Projektergebnissen nicht im Sinne der Innovationskraft ist. Der Fokus sollte auf der experimentellen Konzeption von Software liegen. Denn das wichtigste Ziel, das Software liefern kann ist Transformation, unsere Welt zu verändern, Unternehmen und wie wir Geschäfte machen.
(*) Tom DeMarco ist Autor zahlreicher Projektmanagementbücher, Referenzgröße in Führungskonzepten für Softwareentwicklungsteams und Gründer der Atlantic Systems Guild
In auszugsweiser, freier Übersetzung aus dem Originalartikel
„Software Engineering: An Idea Whose Time Has Come and Gone?“ reflektiert Tom DeMarco (*) Aussagen, die er vor über 25 Jahren über Controlling und Metriken formulierte und kommt zum Schluss, dass diese nicht mehr relevant sind. Er bleibt statt dessen konsequent visionär:
Um den Stellenwert von Controlling heute zu verstehen, muss man zwei grundlegend unterschiedliche Arten von Projekten unterscheiden...
- Projekt A:
wird ca. 1,0 mio € kosten und einen Wert von ca. 1,1 mio € liefern - Projekt B:
wird ca. 1,0 mio € kosten und einen Wert von über 50 mio € liefern
Softwareengineering ist ein sekundäres Anliegen, weil die Vorhersagbarkeit von Projektergebnissen nicht im Sinne der Innovationskraft ist. Der Fokus sollte auf der experimentellen Konzeption von Software liegen. Denn das wichtigste Ziel, das Software liefern kann ist Transformation, unsere Welt zu verändern, Unternehmen und wie wir Geschäfte machen.
(*) Tom DeMarco ist Autor zahlreicher Projektmanagementbücher, Referenzgröße in Führungskonzepten für Softwareentwicklungsteams und Gründer der Atlantic Systems Guild
In auszugsweiser, freier Übersetzung aus dem Originalartikel
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