Was für eine interessante Fragestellung, mit der ich dieses Wochenende in einem Beraterworkshop in Berlin konfrontiert wurde:
Sind Digital Social Networkers professionell ernst zu nehmen?
Die Diskussion erinnerte mich an eine existierende - in meiner Begriffswelt "konservative" - Studie über Digital Social Networking: "Social NOTworking" - so wurde zumindest neulich in England eine volkswirtschaftliche Kalkulation tituliert, die Kommunikationsaktivitäten in Facebook, Twitter, Instant Messanging oder Blogreading eine vernichtende Kritik ausstellte: "Arbeitszeitvernichtung".
Natürlich kann man die Welt (vielleicht derzeit noch) so sehen. Schließlich war Internet-"Surfen" vor wenigen Jahren am Arbeitsplatz noch verpönt. Was diese Studie wahrscheinlich nicht ganz richtig bewerten konnte (wie auch?), sind die zukünftigen Innovationspotenziale, die heute mit dieser "Arbeitszeitvernichtung" generiert werden.
Zugeben muss man jedenfalls, dass die aktuellen, rasant wachsenden Kommunikationsangebote verschiedenster Medienkanäle eine Überforderung in unserer Gesellschaft darstellen (*). Manche Menschen haben damit effektive Schwierigkeiten. Um so mehr wird es eine Herausforderung sein, mit der erforderlichen Medienkompetenz unserer Zeit Schritt zu halten und rasch zu lernen. Denn Verdrängung halte ich für nicht zielführend. Das trifft vor allem auf die Generation 25+ zu, da die etwas jüngeren "Digital Natives" diese Problem nicht einmal mehr nennenswert wahrnehmen.
Meine Conclusio:
Stellen Sie sich vor, heute auf Internet und Handy permanent verzichten zu müssen und wo Sie damit gesellschaftlich bzw. professionell stehen würden. (**)
So ähnlich schätze ich die durchschnittliche Relevanz von Web 2.0-Medien in spätestens 3 - 5 Jahren ein.
...mal sehen was meine Beraterkollegen dann sagen werden.
* Literaturtipp: Baecker D. (2007), "Studien zur nächsten Gesellschaft", Suhrkamp-Verlag
** Entschuldigen Sie bitte, wenn ich bei Ihnen, als gut informierte Web 2.0 Kommunikatoren, völlig daneben liege. Vielleicht sollte man dieses Posting besser zielgruppengerecht in einer Zeitung veröffentlichen.
Sonntag, 22. Februar 2009
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