tröstete mich Erich Wlasak - einer meiner Lehrmeister – vor vielen Jahren. Viele von Ihnen werden die schmerzliche Erfahrung kennen. Oft geht es so weit, dass die beste Lösung ein Jobwechsel ist – u.a. weil der Projektmanager die beliebteste Projektionsfigur für alle Probleme ist, die mit einem gescheiterten Projekt assoziiert werden.
Was geht da genauer vor sich?

Tausende Projektmanager wurden für ihre Rolle bestmöglich ausgebildet, viele zertifiziert. Methoden, Standards, Tools und Soft Skills sind elaboriert und haben Verbreitung gefunden. Und Personalabteilungen haben zahlreiche Aktivitäten gesetzt. Thema erledigt!
All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass laufend Projekte in Krisen geraten und Budgets und Zeitpläne maßlos überzogen werden. Woran liegt das? Vielleicht wurde ja der Hebel jahrelang am falschen Ende angesetzt?
Wenn wir für zwei unterschiedliche Problemlagen (siehe Bild) die verantwortliche Rolle benennen, erkennen wir: Aus Sicht des Unternehmens sind Projektmanager für die kleinere Problemdimension verantwortlich – jene im Inneren des Projektes. Trotzdem gilt „Projektmanagement“ als Synonym für das „Management von Projekten“. Das ist sowohl begrifflich irreführend als auch funktional unzulänglich.
Das Management von Projekten – besonders in einer relevanten Anzahl und Komplexität - ist sowohl eine Aufgabe innerhalb der Organisation als auch in den Projekten. Das Mindset: „Der Projektmanager löst die Probleme von Projekten“ ist sehr gefährlich. Der wesentlich gewichtigere Teil der Verantwortung liegt oft in einem blinden Fleck des Managements und wird daher in vielerlei Hinsicht unterversorgt: Problembewusstsein, Investitionsbereitschaft, Kompetenzaufbau, Kommunikation, Entscheidungsprozesse, etc.
Zukunftsfähig wären eine simultane Entwicklung der Projekt- und der Stammorganisation, sowie deren optimiertes Zusammenspiel. Das Management des Projektmanagements ist notwendig, damit Projekte zum stabilen Lösungskonzept und Wertschöpfungselement für Unternehmen werden.


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