Dienstag, 4. August 2009

Twitter killed the Radio Star

Bob Pittman wurde von vielen Medien-Profis für verrückt erklärt oder milde belächelt, weil er eine TV-Station gründen wollte, die ausschließlich für die Ausstrahlung von Musikvideos konzipiert war. Das war Anfang der 80er.

1. August 1981 – mit einer wohl überlegten, siegessicheren Botschaft - geht MTV mit dem ersten Video on air:
„Video Killed The Radio Star“ (The Buggles)

Der Text in diesem ersten Musikvideo lautet auszugsweise:
…Rewritten by machine and new technology,
and now I understand the problems you can see.
I met your children. What did you tell them?
Video killed the radio star…

Radio gibt es zwar noch immer, aber das gesamte Musikbusiness hat sich von diesem Tag an für Künstler, Produzenten und Plattenlabels radikal verändert. Mitte 70er bis Mitte 80er Geborene werden als „Generation MTV“ bezeichnet. Marketingstrategien wurden neu geschrieben. Hollywoodproduktionen mussten ihren Stil verändern, um den visuellen Ansprüchen des MTV-Publikums gerecht zu werden. Eine kleine Subkultur genannt Hip Hop wird zur Mainstreamlawine. Ein Video wie Madonna’s „Like a Virgin“ löste eine internationale, blondgefärbte Dauerwellenhysterie aus. Eine Bandleader wie U2’s Bono Vox wird als Identifikationsfigur wichtiger als Staats- und Parteichefs, u.s.w.



Etwa eine Generation später…
Stellen Sie sich vor, etwas Ähnliches könnte gerade während Sie das lesen schon wieder passieren. „Ähnliches“ deshalb, weil wieder völlig neuartig und von seiner globalen Auswirkung erst vage abschätzbar. Von Vielen bereits als eine radikale Veränderung unserer Gesellschaft und der Kommunikation im 21. Jahrhundert beschrieben...

21. März 2006, mit „just setting up my twttr“ – einer sehr simplen Botschaft – startete eine neue Kommunikationsära.

Evan Williams (CEO Twitter) und Biz Stone (Co-Founder) – von vielen Medien-Profis und Telekommunikationsexperten für verrückt erklärt, weil sie einen „microblogging“ Dienst eröffnen, der ausschließlich für 140 Zeichen lange Online-Textnachrichten konzipiert ist.

Überprüfen wir besser unsere Mentalen Modelle:
  • "...das kann ja nichts werden."
  • "...wiedermal eine Eintagsfliege."
  • "...eine Spielerei für Jugendliche."
  • "...wer soll soetwas brauchen."
  • "...reine Zeitverschwendung."
Vielleicht fallen Ihnen ja noch weitere ein?
Und da fällt mir noch eine letzte Textstelle aus diesem Nostalgievideo auf:
We can't rewind, we've gone too far...

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