Ihre Ursprünge sind in den geometrischen Orientierungsplänen der Antike genauso zu finden, wie in jenen von Klosteranlagen. So gibt etwa der St.Galler Klosterplan anno 826 (Codex Sangallensis) einen klaren Überblick: Wer, Wo, Wie zur Wirkung kam.
* Als Visualisierung von funktionalen Arbeitsteilungen und Kommunikationswegen versuchen Organigramme etwas Ähnliches und sind in ihrer Methode daher über 1000 Jahre alt.

Betrachten wir kurz den neueren Wandel von Organisationstypologien. D.h. nicht die Reorganisation einzelner Unternehmen im Sinne von Changemanagement, sondern die Entstehung neuer Organisationsformen. In diesem Zusammenhang ist die strukturelle Kopplung durch Kommunikation die wesentlichste Betrachtungseinheit. Wenn man die Entwicklung der Kommunikation und der zugehörigen Medien der letzten 30 Jahre betrachtet, sollte es nicht überraschen, dass Organisationsformen die ihre Hochblüte im Taylorismus entwickelt haben nicht mehr den aktuellen Stand unserer Gesellschaft widerspiegeln können. Etwas mehr soziale Dynamik ist angesagt.
Genauso ist das Phänomen der Digitalen Sozialen Netzwerke ein Vorbote neuer Strukturformen. Die Evolution neuer Organisationstypen entsteht förmlich aus einer "frei beweglichen Modelliermasse von Ressourcen" aus der sich dynamisch neue Konstrukte herausbilden und wieder auflösen.
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Eines steht fest: heutige Organigramme sind lahme Krücken aus dem Mittelalter, die unsere visuelle Assoziationsfähigkeit in die Irre (Statik) führen. Neue Organisationstypen werden sich ihre Formen zwar erst suchen müssen, aber ich bin überzeugt, dass Organisationen in Zukunft eher mit dynamischen Modellen von Flüssigkeiten, Partikelwolken oder Magnetfeldern zu beschreiben sein werden, als mit vergilbten Statikplänen von Backsteinbauten mit eingravierten Namenschildern.


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