Sonntag, 22. Februar 2009

Sind Digital Social Networkers professionell ernst zu nehmen?

Was für eine interessante Fragestellung, mit der ich dieses Wochenende in einem Beraterworkshop in Berlin konfrontiert wurde:
Sind Digital Social Networkers professionell ernst zu nehmen?

Die Diskussion erinnerte mich an eine existierende - in meiner Begriffswelt "konservative" - Studie über Digital Social Networking: "Social NOTworking" - so wurde zumindest neulich in England eine volkswirtschaftliche Kalkulation tituliert, die Kommunikationsaktivitäten in Facebook, Twitter, Instant Messanging oder Blogreading eine vernichtende Kritik ausstellte: "Arbeitszeitvernichtung".

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook
http://www.flickr.com/photos/farber/2532720065

Natürlich kann man die Welt (vielleicht derzeit noch) so sehen. Schließlich war Internet-"Surfen" vor wenigen Jahren am Arbeitsplatz noch verpönt. Was diese Studie wahrscheinlich nicht ganz richtig bewerten konnte (wie auch?), sind die zukünftigen Innovationspotenziale, die heute mit dieser "Arbeitszeitvernichtung" generiert werden.

Zugeben muss man jedenfalls, dass die aktuellen, rasant wachsenden Kommunikationsangebote verschiedenster Medienkanäle eine Überforderung in unserer Gesellschaft darstellen (*). Manche Menschen haben damit effektive Schwierigkeiten. Um so mehr wird es eine Herausforderung sein, mit der erforderlichen Medienkompetenz unserer Zeit Schritt zu halten und rasch zu lernen. Denn Verdrängung halte ich für nicht zielführend. Das trifft vor allem auf die Generation 25+ zu, da die etwas jüngeren "Digital Natives" diese Problem nicht einmal mehr nennenswert wahrnehmen.

Meine Conclusio:
Stellen Sie sich vor, heute auf Internet und Handy permanent verzichten zu müssen und wo Sie damit gesellschaftlich bzw. professionell stehen würden. (**)

So ähnlich schätze ich die durchschnittliche Relevanz von Web 2.0-Medien in spätestens 3 - 5 Jahren ein.

...mal sehen was meine Beraterkollegen dann sagen werden.

* Literaturtipp: Baecker D. (2007), "Studien zur nächsten Gesellschaft", Suhrkamp-Verlag

** Entschuldigen Sie bitte, wenn ich bei Ihnen, als gut informierte Web 2.0 Kommunikatoren, völlig daneben liege. Vielleicht sollte man dieses Posting besser zielgruppengerecht in einer Zeitung veröffentlichen.

Montag, 16. Februar 2009

Die Beobachtung der Kommunikation

Stellen Sie sich vor, Sie hätten in ihrer Organisation ein Problem. Das soll ja in den besten Unternehmen vorkommen. Also nicht diese niedlichen „Herausforderungen“, die ich eher als Aufgabenstellung bezeichnen würde, sondern ein ernsthaftes Problem: gut sichtbar, viele Betroffene, Langzeit wirksam und will sich nicht von selbst lösen.

Es gibt viele Beratungsansätze, Problemstellungen aufzurollen. Vielleicht kommen Ihnen diese Typen – ein wenig überzeichnet – schon bekannt vor…
  • Zauberer Hokus Pokus – Verkaufen Ihnen billige Konservendosen mit individualisiertem Etikett
  • Gurus – machen aus Ihrem Unternehmen jenes, das dem Guru am besten gefällt
  • Cowboys, been there done that! – Peng, Schuss aus der Hüfte. Problemträger erledigt
  • Benchmarkers – Sagen Ihnen, was die Konkurrenten gerade besser als Sie machen
  • Superexperten – verkaufen bemerkenswerte Konzepte mit „State-of-the-art“ Business Prozessen… mit denen Sie genau nichts anfangen, weil sie noch nie ein Unternehmen umgesetzt hat
Und ein Typus, dem Sie vielleicht bisher weniger oft begegnet sind:
  • Systemiker – stellen Unmengen von Fragen und beantworten Ihre Fragen mit… Fragen!


Fritz B. Simon in aller Kürze über „Systemtheorie“

Mit einer systemischen Beraterhaltung lässt sich eine gewisse Fragenintensität nicht vermeiden. Das Herauskramen vorgefertigter Konzepte steht nicht auf dem Plan. Es gibt stattdessen ernsthafte Erkundungen zu tun, wie zum Beispiel…
  • Wie hält sich die Organisation davon ab, das Problem selbst zu lösen?
  • Wo und wie werden Entscheidungen getroffen?
  • Welche Kommunikationswege sind etabliert (oft im Gegensatz zu dokumentiert)?
  • (Wie) werden Konflikte in der Organisation gelöst?
  • Welche „Währungen“ haben hohen Kurswert (Geld, Macht, Wissen, Anerkennung, etc.)?
  • Wie sorgt die Organisation dafür, dass ein Problem dauerhaft aufrecht bleibt?
Die Beobachtung der Kommunikation ist eine faszinierende Form, sich systemtheoretisch geleitet mit Organisationen auseinander zu setzen. Sie gibt Aufschlüsse über die individuellen Eigenarten, nach welchen Regeln in einem System "miteinander gespielt" wird. Genau diese Einzigartigkeit der Spielregeln gilt es zu erkennen, um Probleme eines Unternehmens zu lösen und gleichzeitig - seine Identität anerkennend – Veränderungen anzuregen.

Dienstag, 3. Februar 2009

Die Kunst des Projektmanagements

- Inspiriert durch den Wandel -

Ein vielversprechender Titel für das Projektmanagement Forum 2009. Dieses findet heuer vom 14.-15. Oktober im bcc Berliner Congress Center statt und wird von GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement) organisiert. Das PM Forum ist der größte Branchenevent für Projektmanager im deutschsprachigen Raum.


Der Call for Papers läuft!
Dem Leitthema folgend werden Praxisvorträge von Projektmanagern zu unterschiedlichen Aspekten von Wandel und Projektmanagement gesucht. Ausgeschrieben ist eine breite Palette von Streams zu Themen wie
  • Krisenprojekte managen
  • Projekte und Unternehmensstrategie
  • Trends im Projektmanagement
  • Innovationen durch Projektmanagement
  • Der Mensch im Projekt
Beiträge können bis 28. Februar 2009 online eingereicht werden.

Montag, 2. Februar 2009

All the Topics all the Time - Alltop

Es gibt verschiedene Arten, wie man Informationslawinen im Internet bearbeiten kann:
  • Suche“ – eine begriffsorientierte Selektionsform und die derzeitige Königsdisziplin im alltäglichen Umgang mit Information. Ihre Wichtigkeit lässt sich an Google’s Geschäftserfolg ganz gut ablesen.
  • Strukturierung“ – was im Internet nur sehr bedingt machbar ist, versuchen manche trotzdem und es entstehen kleinere Lawinen in der Riesenlawine, wie etwa Bibliotheksverzeichnisse.
  • Semantik“ – auf diese Verknüpfung von qualifizierten Inhalten werden wir in Zukunft bauen, stecken aber punkto Verbreitung noch in den Kinderschuhen der Semantic Web Technologien.
  • Aggregation“ – eine gute Alternative zur Suche ist die Mischung aus vorgegebenen Selektionen mit automatisierten Suchen, dann Strukturierung und letztlich die individuelle User-Suche: und das geht so…

Die Aggregation, bringt zuletzt allerlei Portale hervor, die mehr oder weniger nützlich sind. Eines davon würde ich als „nahe am derzeitigen Optimum“ bezeichnen und Ihnen gerne
vorstellen: Alltop.com


Als „Online Magazine-Regal“, beschreibt sich Alltop am besten selbst. Die Plattform entstammt einer Idee von Guy Kawasaki, ehemaliger Apple Marketier und einer der führenden Silicon Valley Evangelisten. Sie aggregiert mehrere 10.000 englischsprachige Content-Sites (News, Blogs, Special Interest Sites, etc) zu einer übersichtlichen Informationsdrehscheibe. Und das im denkbar übersichtlichsten, schlichten Design.

Zum Thema „Projectmanagement“ – eine von mehreren hundert Headlines – sieht das Suchergebnis so aus…


…und gibt Ihnen wertvollen Lesestoff und Informationsquellen für zumindest 7 Projektmanagerleben.

Schauen Sie einfach mal rein bei Alltop.com