Samstag, 30. Mai 2009

Effizienz – adieu, auf Wiedersehen, bye bye!?

Wie wichtig ist sie – die Effizienz? Gerade jetzt in einer Wirtschaftskrise?
Zweifelsohne hat Effizienz einen hohen Stellenwert im ökonomischen und ökologischen Sinn des Managements von Organisationen. Eine Optimierung der Input-Output Relationen, schließlich geht es um Zielerreichung mit möglichst geringem Aufwand. Damit werden Energie, Ressourcen, Geld, etc. möglichst schonend eingesetzt – ein valides Anliegen.

Was aber, wenn Einsparungen, Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen die einzigen Antworten von Führungskräften auf eine negative Unternehmensentwicklung sind – zum Beispiel in einer Krisenlage. Vielleicht sind es ja vielmehr falsche Ziele und Strategien, die dahin geführt haben.
Inwiefern kann durch Effizienz die Zukunftsfähigkeit sicher gestellt werden? Leider bleibt das oft unüberprüft und Unternehmen agieren dann mehr und mehr effizient an Kunden, Mitarbeitern und Markt vorbei.

Fragen die wir uns - vorerst grob vereinfacht - stellen können sind:
  • Was bringen optimale Prozesse, wenn diese im Ergebnis wirkungslos bleiben?
  • Was nützt der beste Kundenservice, wenn Sie keine Käufer mehr haben?
  • Was leistet ein technologisches Optimum, wenn seine Anwendung niemanden interessiert?
  • Was hilft ein Kampfpreis, wenn das Produkt völlig unattraktiv ist?
  • Was bewirkt die effizienteste Besprechung, wenn keine Mitarbeiter mehr da sind?
Maßnahmen im Unternehmen stehen immer in Wechselwirkung mit dem Gesamtsystem und die Reduktion von Komplexität ist voller Tücken. Trotzdem ist man versucht, nach Prioritäten zu suchen, wenn ein Problem kritisch ist. In der Abbildung oben ist dieser Versuch illustriert.

Hier geht es wirklich nicht um „Henne und Ei“-Probleme und schon gar nicht um Ideen das „Pferd von hinten aufzuzäumen“. Ich behaupte, es wäre schlichtweg falsch, sich dauerhaft nur um die Probleme auf einer der beiden Seiten zu kümmern.
Und wenn diese auch noch die Rechte („dann“) wäre, befindet sich das Ende bereits in Sichtweite…

Abschließend möchte ich Ihnen zu diesem Thema auch eine
philosophische Anregung anbieten - in Form eines Zitates von Peter Block:
„Das Gegenteil von Liebe und Einfühlungsvermögen ist nicht Hass,
es ist Effizienz.“

Versuchen Sie sich kurz eine Welt vorzustellen, wo jene Lebensaspekte, die Ihnen persönlich am aller wichtigsten und wertvollsten sind, alleine davon dominiert wären „höchste Effizienz“ zu erreichen… Das wäre ein grauenvolles Szenario – nicht wahr?
Wäre es also nicht viel besser uns gleich zu fragen, was unseren Kunden und unseren Mitarbeitern besonders wichtig und wertvoll ist? Wir sollten sehr gut zuhören und anerkennen welche Rückmeldungen und Antworten wir erhalten.

Und in Folge können wir mit diesen Erkenntnissen "zuerst" ... "dann" ...
zumindest habe ich die Hoffnung nicht verloren, dass wir uns
auch um die wesentlichen Dinge kümmern werden.