Dienstag, 18. August 2009

Entfaltung ist Wachstum

Ein starker Anfang, den Martin Herget (*) in seinem neuen Blog "Entfaltung ist Wachstum" vorlegt. Da kommt beim Lesen Spannung auf...

Foto (c) Martin Herget

Von Kafka über das Lachen unserer Babys, zu gefangenen Elefanten, unserem eigenen Lachen, Schwammerln zur Weltrettung und weiteren Inspirationen - es sind Mentale Modelle, erweiterte Perspektiven und alternative Handlungsmodelle, die Martin Herget aufmacht und illustriert. Für interessierte, reflektierende Leser wirken seine Postings wie ein Online Coaching oder erfrischend erheiternde Leseeinheiten. Und als passionierter (Hobby-) Fotograf stellt Martin eigenes Bildmaterial ein, das visuell sehr wuchtig rüber kommt.

Ein neuer Blog den man gespannt verfolgen darf...

* Martin Herget ist Executive Coach, Berater und Querdenker aus Wien und ein wunderbarer Freund.

Mittwoch, 12. August 2009

Virtuelle Teams

Wenn ein angehender Pilot im Flugsimulator mit 520mph Restgeschwindigkeit auf einer Wasseroberfläche aufknallt, dann passiert… gar nichts. Ja OK, er hat wahrscheinlich erhöhte Pulsfrequenz. Der Simulator gibt ein Protokoll aus, wird wieder auf Startbereitschaft initialisiert und der Pilot versucht es erneut. Es war nur ein virtueller Trainingsflug.


Echte Herausforderungen
Komplexe internationale Projekte, transnationale Unternehmen, Mergers and Akquisitions, Pionierleistungen oder ähnliche benötigen eine spezielle Form der Teamarbeit. Darin sind viele Aspekte zu finden wie etwa…
  • Echte Ambitionen
  • Echte Benchmarks
  • Echte Checklisten
  • Echte Dokumente
  • Echte Ergebnisse
  • Echte Fehler
  • Echte Gehälter
  • Echte Honorare
  • Echte Internetverbindung
  • Echter Jet-Lag
  • Echte Konflikte
  • Echte Kulturdifferenzen
  • Echte Länderspezifika
  • Echte Menschen
  • Echte Notebooks
  • Echte Projektmanager
  • Echte Prioritäten
  • Echte Reportings
  • Echte Sprachbarrieren
  • Echte Telefonkonferenzen
  • Echte Visionen
  • Echte Wirtschaftlichkeit
  • Echte Zeitzonen
  • Echte Ziele
Warum sollte man eine Kollaboration mit geografisch verteilten Teilnehmern „Virtuelles Team“ nennen? Dieser Begriff ist falsch. Tatsache ist, dass wir unser persönliches Bedürfnis nach Feedback – durch Menschen gegenüber – in dieser Arbeitsform viel schwieriger erfüllt bekommen, und das verunsichert tendenziell. Weiters haben wir es oft mit sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und lokalen Ansprüchen zu tun – das macht Projekte dieser Art höchst Herausfordernd. Aber trotz all dem:

Das erzeugt echte Emotionen. Und dort sind die Hebel.

Dienstag, 11. August 2009

Vergessen Sie Ihr Organigramm!

Organigramme stimmen nie mit der Realität von Unternehmen überein und limitieren Ihr Vorstellungsvermögen!

Ihre Ursprünge sind in den geometrischen Orientierungsplänen der Antike genauso zu finden, wie in jenen von Klosteranlagen. So gibt etwa der St.Galler Klosterplan anno 826 (Codex Sangallensis) einen klaren Überblick: Wer, Wo, Wie zur Wirkung kam.

* Als Visualisierung von funktionalen Arbeitsteilungen und Kommunikationswegen versuchen Organigramme etwas Ähnliches und sind in ihrer Methode daher über 1000 Jahre alt.
Betrachten wir kurz den neueren Wandel von Organisationstypologien. D.h. nicht die Reorganisation einzelner Unternehmen im Sinne von Changemanagement, sondern die Entstehung neuer Organisationsformen. In diesem Zusammenhang ist die strukturelle Kopplung durch Kommunikation die wesentlichste Betrachtungseinheit. Wenn man die Entwicklung der Kommunikation und der zugehörigen Medien der letzten 30 Jahre betrachtet, sollte es nicht überraschen, dass Organisationsformen die ihre Hochblüte im Taylorismus entwickelt haben nicht mehr den aktuellen Stand unserer Gesellschaft widerspiegeln können. Etwas mehr soziale Dynamik ist angesagt.

Genauso ist das Phänomen der Digitalen Sozialen Netzwerke ein Vorbote neuer Strukturformen. Die Evolution neuer Organisationstypen entsteht förmlich aus einer "frei beweglichen Modelliermasse von Ressourcen" aus der sich dynamisch neue Konstrukte herausbilden und wieder auflösen.


(c) Flight404 @ VIMEO

Eines steht fest: heutige Organigramme sind lahme Krücken aus dem Mittelalter, die unsere visuelle Assoziationsfähigkeit in die Irre (Statik) führen. Neue Organisationstypen werden sich ihre Formen zwar erst suchen müssen, aber ich bin überzeugt, dass Organisationen in Zukunft eher mit dynamischen Modellen von Flüssigkeiten, Partikelwolken oder Magnetfeldern zu beschreiben sein werden, als mit vergilbten Statikplänen von Backsteinbauten mit eingravierten Namenschildern...  bzw. dokumentiert auf PowerPoint Folien.
.

Dienstag, 4. August 2009

Twitter killed the Radio Star

Bob Pittman wurde von vielen Medien-Profis für verrückt erklärt oder milde belächelt, weil er eine TV-Station gründen wollte, die ausschließlich für die Ausstrahlung von Musikvideos konzipiert war. Das war Anfang der 80er.

1. August 1981 – mit einer wohl überlegten, siegessicheren Botschaft - geht MTV mit dem ersten Video on air:
„Video Killed The Radio Star“ (The Buggles)

Der Text in diesem ersten Musikvideo lautet auszugsweise:
…Rewritten by machine and new technology,
and now I understand the problems you can see.
I met your children. What did you tell them?
Video killed the radio star…

Radio gibt es zwar noch immer, aber das gesamte Musikbusiness hat sich von diesem Tag an für Künstler, Produzenten und Plattenlabels radikal verändert. Mitte 70er bis Mitte 80er Geborene werden als „Generation MTV“ bezeichnet. Marketingstrategien wurden neu geschrieben. Hollywoodproduktionen mussten ihren Stil verändern, um den visuellen Ansprüchen des MTV-Publikums gerecht zu werden. Eine kleine Subkultur genannt Hip Hop wird zur Mainstreamlawine. Ein Video wie Madonna’s „Like a Virgin“ löste eine internationale, blondgefärbte Dauerwellenhysterie aus. Eine Bandleader wie U2’s Bono Vox wird als Identifikationsfigur wichtiger als Staats- und Parteichefs, u.s.w.



Etwa eine Generation später…
Stellen Sie sich vor, etwas Ähnliches könnte gerade während Sie das lesen schon wieder passieren. „Ähnliches“ deshalb, weil wieder völlig neuartig und von seiner globalen Auswirkung erst vage abschätzbar. Von Vielen bereits als eine radikale Veränderung unserer Gesellschaft und der Kommunikation im 21. Jahrhundert beschrieben...

21. März 2006, mit „just setting up my twttr“ – einer sehr simplen Botschaft – startete eine neue Kommunikationsära.

Evan Williams (CEO Twitter) und Biz Stone (Co-Founder) – von vielen Medien-Profis und Telekommunikationsexperten für verrückt erklärt, weil sie einen „microblogging“ Dienst eröffnen, der ausschließlich für 140 Zeichen lange Online-Textnachrichten konzipiert ist.

Überprüfen wir besser unsere Mentalen Modelle:
  • "...das kann ja nichts werden."
  • "...wiedermal eine Eintagsfliege."
  • "...eine Spielerei für Jugendliche."
  • "...wer soll soetwas brauchen."
  • "...reine Zeitverschwendung."
Vielleicht fallen Ihnen ja noch weitere ein?
Und da fällt mir noch eine letzte Textstelle aus diesem Nostalgievideo auf:
We can't rewind, we've gone too far...

Follow me on Twitter