Donnerstag, 25. März 2010

Veränderung ohne Umsetzung

„Warum werden so viele geplante Veränderungsvorhaben nicht erfolgreich umgesetzt?“
Dafür gibt es vielfältige Gründe. Insgesamt, weil wir es im Changemanagement mit einer Materie zu tun haben, deren Komplexität oft unterschätzt wird. Die Veränderung von Unternehmen betrifft immer Menschen – hier liegt ein zentraler Hebel.


Oft werden neue Strategien, Reorganisationen, optimierte Businessprozesse, Systemeinführungen, Effizienzsteigerungen, etc. – also Changevorhaben – in exzellenter Qualität entwickelt.
Vorsicht:
Ich sagte nicht „umgesetzt“, sondern nur auf einer konzeptionellen, planerischen Abstraktionsebene entworfen. Wenn das auch noch in einem engen Kreis von Top-Managern in tagelangen intensiven Klausuren geschieht, ist die verfügbare Energie oftmals aufgebraucht, während der Rest der Organisation – also meistens mehr als 90% - von diesen Plänen noch gar nichts ahnt.

Nun kommt die einfache Erkenntnis – die man bereits vom Beginn berücksichtigen könnte:
  • Man sollte Changekonzepte nie ohne Anspruch auf Umsetzung entwickeln.
  • Menschen sind nicht trivial oder berechenbar, daher ist die Rückkopplung zu den aktuellen Dynamiken im Unternehmen für das Changemanagement erfolgskritisch.
  • Die viel gewichtigeren Aufwände und Risiken im Prozess werden da liegen, wo es um betroffene Mitarbeiter geht (nicht um das Konzept)
  • Und ob das dann 5, 50, 500 oder 5000 sind macht nochmals einen riesen Unterschied.

John Kotter - Professor der Harvard Business School und Referenzgröße für Changemanagement - hat in seinem empfehlenswerten kurzen Video dazu eine einfache und gleichzeitig effektive Fragestellung. Versuchen Sie diese bevor Sie das nächste Changeprojekt starten. Es wird Ihre Erfolgschancen sicherlich nicht verschlechtern.



Ein effektives Changemanagement – im Gegensatz zu „Veränderungs Aktionismus“ - integriert derartige Überlegungen bereits ab dem Beginn. Und es orientiert sich daran, Veränderungsprozesse so zu bauen und zu gestalten, dass ihre Tragfähigkeit laufend überprüft und abgesichert werden kann.

Literaturempfehlungen und weitere Postings:
Managing Cuts and new Growth“ – Heitger, Doujak
Strategy and the Fat Smoker“ – David Maister
Das Pinguin Prinzip“ – John Kotter

Organisationsberatung - Medium Rare“ – Jan A. Poczynek

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