Mittwoch, 4. August 2010

Der Kognitive Überschuss der Gesellschaft

"cognitive surplus" nach Clay Shirkey.

Falls man sich die Frage stellen möchte, ob Social Media Kommunikation unsere Gesellschaft verändern wird, ist Clay Shirkey - Autor von "Here comes everybody" - eine inspirierende Quelle.
In seinem neuen Buch "Cognitive Surplus" und seinem TED-Talk (Video) beschreibt er den Wandel von einer passiv konsumierenden Gesellschaft zu einer aktiv produzierenden und vernetzten.





Highlights aus diesem Video sind:
Shirkey stellt das überlieferte Menschenbild eines Homo oeconomicus aus dem 20 Jahrhundert - der rational, selbstmaximierende Akteur - als unhaltbares Konzept in Frage. Er skizziert plastisch u.a. an einer Studie wann soziale Rahmenbedingungen eine viel stärke Wirkung und funktionalere Kulturen entfalten als vertragliche oder monetäre Vereinbarungen. Er sensibiliert weiters für eine klare Unterscheidung, wann es nun auf die ökonomische Kompenente eines Kontraktes ankommt und wann auf die soziale. Dabei Stellt er das Prinzip der Großzügigkeit in den Vordergrund, weil es vorhanden ist und gefördert werden kann.

Seine stärkste Hypothese lautet, dass die 'Couch Potatoes' des 20. Jahrhunderts, deshalb zu solchen geworden sind, weil auch das mediale Angebot (vor allem TV) darauf ausgelegt war, nicht weil der Mensch grundsätzlich faul wäre. Dieses Angebot verändert sich durch Social Media grundlegend und aus Konsumenten werden Produzenten bzw. "Prosumer". Phänomene wie etwa das Werk einer Wikipedia entstehen dann aus einer Vielzahl großzügiger, freiwilliger Beiträge.

Dieses Prinzip des "cognitive surplus" als Ressource - behauptet Shirkey - gilt es für die Zukunft zu verstehen, weil es unserer Gesellschaft von hohem Nutzen sein wird.

Kommentare:

  1. Sehenswertes Interview und lesenswertes Buch! Viele Grüße, Alexander Stocker

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  2. finde ich auch!
    Clay Shirkey möchte ich gerne mal nach Wien bringen...

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