Montag, 31. Mai 2010

Digital Immigrants of the 20th Century

Der Science Fiction Autor und Technologievisionär Arthur C. Clarke formulierte 3 Gesetze, wovon das dritte lautet:
„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Eine kleine Geschichte aus den 90ern (unten), die ich persönlich erleben durfte, illustriert, dass technologischer Fortschritt schon immer zu Schwierigkeiten geführt hat. Auch das, was wir heute als „Digital Divide“ bezeichnen, ist kein neues Phänomen, sondern eben nur eine neue Technologie Umwelt – das Internet. Dieser Effekt hieß früher nur anders, so hat man zum Beispiel im 19. Jahrhundert Dampflokomotiven als Teufelsmaschinen bezeichnet – das war der „Steamengine Divide“.

(c) Wikipedia

Eine kleine Anekdote eines Top-Manager – etwa Mitte 40 – in einem internationalen Konzern. Er erzählte Anfang der 90er Jahre eines montags im Büro sehr erzürnt diese Geschichte:

„Vorige Woche habe ich mir einen neuen, wirklich sündhaft teuren Videorecorder gekauft - extra so ein Modell mit Programmierfunktion über die Fernbedienung.

Dieser Dreck(!) funktioniert nicht!
Ich habe das Gerät noch zuhause vom Techniker installieren und alles fixfertig einstellen lassen. Am Freitag sind wir dann mit der neuen Fernbedienung in unser Wochenendhaus gefahren. Dort habe ich das Tennismatch für Samstag Nachmittag programmiert… aber dieses sch“#*X! Gerät hat NICHTS aufgezeichnet!

Die einen glauben an Magie, viele glauben an gar nichts und einige beschäftigen sich während dessen mit unserer Welt, wie sie hier und jetzt gerade ist... (to be continued)

Donnerstag, 20. Mai 2010

„Surfen ist horizontale Vertiefung“

Facebook ist kurz davor, die 500 Millionen User Marke zu erreichen. Wäre Facebook ein Land, stünde es in seiner Größe an dritter Stelle auf der Welt bzw. wäre es genau so groß wie die gesamte Europäische Union.

Was bedeutet es aber für unsere Gesellschaft, wenn immer mehr Menschen - mobil, permanent oder zumindest regelmäßig – mit Computern im Kontakt sind und sich weiters zu einer „Online-Welt“ vernetzen.

Foto (c) Management Zentrum Witten

Eine visionäre und gleichzeitig sehr plausibel scheinende Perspektive dafür hat Dirk Baecker entwickelt. Er ist Professor für Kulturtheorie an der Zeppelin University und führender deutschsprachiger Soziologe. Sein Werk aus 2007 "Studien zur nächsten Gesellschaft", habe ich in Blog-Postings mehrfach zitiert. Ich empfehle es allen, die in den Themen „Social Media“, „Web 2.0“ und „Projektmanagement“ aktiv sind und Zukunftsszenarien vertiefend diskutieren möchten. Die vielleicht interessanteste These darin lautet:
„Die Computergesellschaft wird sich von der Buchdruckgesellschaft der Moderne so dramatisch unterscheiden wie diese von der Schriftgesellschaft der Antike.“

Für jene die ein Video bevorzugen, gibt es aus der Reihe Sternstunde Philosophie des Schweizer Fernsehens vom 02. Mai 2010 „Die Krisen der Computergesellschaft“ mit Dirk Baecker – und darin eine Zusammenfassung der wichtigsten Thesen im Interview.

Sternstunde Philosophie vom 02.05.2010

Und abschließend zum Titel dieses Postings: Warum Surfen eine horizontale Vertiefung ist, erfahren Sie @48‘50“

Viel Vergnügen!

Weiterführende Blog-Postings zu diesem Thema:
Web 2.0 - Information & Evolution
Digital Mindshift I
Sind Digital Social Networkers professionell ernst zu nehmen?